Düsseldorf: „Der fliegende Holländer“, Richard Wagner

Wer die Geschichte vom verfluchten Seefahrer mit mindestens einem Schiff auf der Bühne und Frauen mit Spinnrädern oder etwas, was dem ähnlich sieht, erwartet, sollte diese Produktion nicht besuchen. Das ältere Ehepaar, das bei der Duisburger Premiere neben dem Rezensenten saß, war jedenfalls schwer enttäuscht und floh gleich zu Beginn des Schlussapplauses mit einem missbilligendem . . .

Nürnberg: „Die Dreigroschenoper“, Bertolt Brecht / Kurt Weill (zweite Besprechung)

Mr. Peachum und seine Frau betreiben ein florierendes Bettler-Unternehmen in London, aber privat läuft es leider nicht so gut. Ihre einzige Tochter Polly hat sich in Mackie Messer verliebt, Englands berüchtigtsten und meistgesuchten Ganoven. Der ist nur deshalb noch auf freiem Fuß, weil er den Polizeichef Tiger Brown bestochen hat, aber die Luft wird immer dünner. Brecht und Weill haben 1928 . . .

Wiesbaden: „Der fliegende Holländer“, Richard Wagner

In der Schrift „Eine Mitteilung an meine Freunde“ hat Richard Wagner den Fliegenden Holländer eindeutig charakterisiert: Es sei „die Sehnsucht des Odysseus nach Heimat, Herd und Eheweib“ die diese mythische Figur, halb Ahasverus, halb Seefahrer, kennzeichne. Diese „dem ewigen Juden noch verwehrte Erlösung kann der Holländer aber gewinnen durch - ein Weib, das sich aus Liebe ihm . . .

Nürnberg: „Die Dreigroschenoper“, Bertolt Brecht / Kurt Weill

Am Abend des 31. August 1928 verhielt sich das Publikum trotz der tropischen Temperatur zu Beginn der Vorstellung noch eisig. Es schien, als sollte die Produktion schon bald sang- und klanglos in den Annalen der Theatergeschichte verschwinden. Da, plötzlich, beim Kanonensong, wurden die Leute wach und verlangten die erste Wiederholung dieses Abends – und Die Dreigroschenoper konnte ihren Weg . . .

Zürich, Ballett: „Of light, wind and waters“, Kim Brandstrup

Atmosphärisch unglaublich dichtes Bühnenbild und Licht - Das war das Hauptelement, welches diesen Ballettabend prägte und nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Geschaffen hatte diese mystische Ausstattung Richard Hudson: Zwei gigantische, in Grau- und Anthrazittönen kunstvoll strukturierte Wände auf der Bühnenrückseite, davor ein Kubus mit ähnlich strukturierten Wänden und einem . . .

Wuppertal: „Von Thalia geküsst“, eine Wupperetten-Revue (zweiter Premierenbericht)

Eine Wupperetten Revue zur Geschichte des Thalia-Theaters in Elberfeld – Ursprünglich reichten zwei Theater für Barmen- Elberfeld nicht aus. 1906 kam das Thalia- Theater dazu, ein Denkmal seiner Zeit mit drei Rängen und 2000 Plätzen. Bis 1929 kamen Weltstars in das Haus, darunter Sara Berhardt und Elenora Duse. – ZurStadtgründungWuppertals1929war dasThalia-Theater renoviert und . . .

Wuppertal: „Von Thalia geküsst“, eine Wupperetten-Revue (zum Ersten)

Einen ebenso unterhaltsamen wie nachdenklichen Einblick in ein Stück städtischer Kulturgeschichte zeigt die Wuppertaler Oper derzeit mit dem als „Wupperetten-Revue“ deklarierten Bühnenstück „Von Thalia geküsst“. Eine Eigenkreation des Hauses, die es verdient, trotz ihres engen lokalpolitischen Bezugs auf überregionales Interesse zu stoßen. – Regie führt Intendantin Rebekah . . .

Frankfurt: „Rodelinda, Regina De’ Longobardi“, Georg Friedrich Händel

In der ersten und zugleich letzten Wiederaufnahme zeigt die Oper Frankfurt eine der besonders gelungenen Ergebnisse der Zusammenarbeit des Regisseurs Claus Guth mit dem Bühnenbildner Christian Schmidt. Man kann an dieser Produktion geradezu musterhaft die Stilelemente der beiden Künstler studieren und dabei die perfekte Beherrschung ihrer Handwerkskunst bewundern. Das Bühnenbild zeigt ein für . . .

Pilsen: „Zwei Witwen“, Bedřich Smetana

An der Fassade des Tyl-Theaters ist auch sein Porträt zu sehen. Für das frühe 20. Jahrhundert war er also offensichtlich der repräsentative tschechische Vertreter der Gattung Oper. Ist er es zurecht, obwohl er auch auf den Bühnen seines Heimatlandes, ganz zu schweigen von den nichttschechischen Ländern, mit seinen gesamten acht Opern nur selten vertreten ist? Wer gerade die Smetana-Trilogie . . .