Linz: „Something Rotten!“, Karey und Wayne Kirkpatrick und John O’Farrell

Das am Broadway uraufgeführte Musical wurde zehnmal für die Tony Award nominiert. Da aber Hamilton der große Abräumer des Jahres 2015 war, reichte es schließlich nur zu einer Auszeichnung (bester Nebendarsteller). Something Rotten – der Titel ist natürlich eine Anspielung auf Shakespeares Hamlet – brauchte einige Zeit, um in die Gänge zu kommen. Aber . . .

Flensburg: „Hänsel und Gretel“, Engelbert Humperdinck

Für norddeutsche Sehgewohnheiten ist die Inszenierung von Tristan Braun im Bühnenbild und den Kostümen von Christian Blechschmidt recht modern. Während der Ouvertüre wird das Publikum mittels einer Videoprojektion in Film Noir Optik auf einen Waldspaziergang mitgenommen. Das wirkt bereits leicht beängstigend. Später kommt das karge Kinderzimmer von Hänsel und Gretel zum Vorschein, welches . . .

Berlin: „Macbeth“, Giuseppe Verdi (zweite Besprechung)

Verdis „Macbeth“ war die erste italienische Oper, die unerbittlich konsequent Shakespeare reflektierte. So viele düstere Molltonarten, so schrille Dissonanzen, so stakkatohafte Chöre und nervös-hektische Orches­terfiguren gab es kaum je vor 1847, als die Oper in Florenz ur­auf­geführt wurde. „Ein Gesamtkunstwerk“ im Wagnerschen Sinne nannte Verdi seine Oper, die die Zeitgenossen . . .