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CD: „Johannes Brahms: Doppelkonzert“ mit Anne-Sophie Mutter und Pablo Ferrández

Eine außergewöhnlich gelungene CD mit der Musik von Johannes Brahms und Clara Schumann präsentiert das Label Sony Classical. Die große Anne-Sophie Mutter spielt darauf zusammen mit ihrem ebenso hinreißenden Cello Kollegen Pablo Ferrández das Doppelkonzert von Johannes Brahms und das Klaviertrio g-moll gemeinsam mit Lambert Orkis am Klavier. – Das letzte Orchesterwerk schrieb Brahms . . .

Meiningen: „Der Wolf und die 7 Geißlein“, Katharina Brankatschk

Da steht ein riesiges Eichhörnchen im kalten Winterwald: Hilmar, allein der Name bringt die jungen Besucher schon zum Quietschen. Zupft er dann auf seiner Mini-Gitarre und erzählt sein Schicksal, hat er bereits die Sympathien gewonnen. Er friert, ist hungrig, alleine und trotzdem keine jämmerliche Figur. Er nimmt sein Leben in die Hand. Als er das „Geißenheim“ entdeckt, einen nicht . . .

Frankfurt, Konzert: „Orchestre National de France“ unter Cristian Macelaru

Was haben Maurice Ravel und Dirigent Carlos Kleiber gemeinsam? Sie bevorzugten die Konversation mit Kindern und hielten sich gerne mit ihnen in deren Kinderzimmern auf und spielten, anstelle sich mit Erwachsenen zu unterhalten. So ist es nicht verwunderlich, dass der Instrumentalzauberer Ravel sich außergewöhnlich tief in das Märchengenre einfühlen konnte. – In den Jahren 1908 bis 1910 . . .

Buchkritik: „Von Spontini bis Strauss“ – Hofoper Berlin im 19. Jahrhundert

Die Staatsoper Unter den Linden ist vielleicht das Opernhaus, an dem sich, zumindest auf den ersten Blick, so wenig von der bewegten Bau- und Vernichtungsgeschichte ablesen lässt wie an keinem anderen deutschen Theatergebäude. Der Besucher, der auf die Fassade an Berlins altem Boulevard schaut, erhält immer noch einen Eindruck von der Architektur des Herrn Knobelsdorff, der dem Preußenkönig . . .

DVD: „Strawinski: Mavra / Tschaikowski: Iolanta“ an der Bayerischen Staatsoper

Live vom Münchner Cuvilliés Theater kommt der vorliegende DVD-Mitschnitt der beiden Operneinakter Mavra von Igor Strawinsky und Iolanta aus der Feder Peter I. Tschaikowskys. Aufgenommen wurde eine Aufführung vom Juli 2019. Hierbei handelt es sich um eine interessante Angelegenheit. Zunächst einmal  in Anlehnung an das informative Booklet einige kurze Worte zum Inhalt: In der Iolanta . . .

Frankfurt, Konzert: „London Symphony Orchestra“ unter Simon Rattle

Sibelius trifft auf Rachmaninow. Eine reizvolle Begegnung, insbesondere wenn es Gelegenheit gibt, diese anspruchsvolle Musik von einem herausragenden Orchester zu hören. Das traditionsreiche London Symphony Orchestra war nun in dieser Konstellation mit seinem scheidenden Chefdirigenten Sir Simon Rattle zu erleben. Mit Sibelius hat sich Rattle intensiv beschäftigt und seine Werke oft zyklisch . . .

Lüttich: „Alzira“, Giuseppe Verdi (zweite Besprechung)

Giampaolo Bisanti dirigiert mit Können zum Einstand als neuer Musikdirektor Verdis am wenigsten gespielte Oper – weil sie dem Komponisten Bauchweh bereitete… – Die Opéra Royal de Wallonie-Liège hat ein betont italienisches Profil und gilt deswegen seit vielen Jahren als „nördlichste Oper Italiens“. Dies war schon so zu Zeiten des früheren Direktors Jean-Louis Grinda, der sich . . .

Zürich: „Eliogabalo“, Francesco Cavalli

Man erinnert sich: Als vor über zehn Jahren bekannt wurde, dass Andreas Homoki die Intendanz des Opernhauses Zürich übernehmen werde, war der Aufschrei in gewissen konservativen Kreisen des Publikums groß, hatte Homoki doch während seines Direktoriums an der Komischen Oper Berlin dem als "Skandalregisseur" titulierten Katalanen Calixto Bieito mehrmals Inszenierungen anvertraut, so etwa die . . .

Oldenburg: „Elias“, Felix Mendelssohn-Bartholdy

Eigentlich gilt der Elias von Felix Mendelssohn-Bartholdy als Oratorium. Aber er ist sehr opernhaft komponiert, vielleicht der Sehnsucht Mendelssohns geschuldet, eine große Oper zu komponieren. Elias ist jedenfalls vor allem ein großes Chorwerk, bei dem der Chor trotz vieler solistischer Partien die Hauptrolle spielt.  Die Zwitterstellung des Werkes legt eine szenische Darbietung aber . . .

Berlin: „Mitridate, Re di Ponto“, Wolfgang Amadeus Mozart

Bereits zum vierten Mal finden in der Berliner Staatsoper die spätherbstlichen und frühwinterlichen Barocktage statt, die einerseits der Staatskapelle unter ihrem Chefdirigenten Daniel Barenboim die Möglichkeit zu Gastspielen im Ausland gaben und auch in diesem Jahr geben sollten, die andererseits berühmte, auf barocke Musik spezialisierte Orchester und ihre Dirigenten nach Berlin holen . . .

Meiningen: „Der Graf von Monte Christo“, Frank Wildhorn

Wenn ein Regisseur in seiner Inszenierung selbst auf der Bühne steht und gleich in eine Doppelrolle schlüpft, zeugt das nicht nur von Selbstbewusstsein, sondern auch von Spielfreude. Das wirkt ansteckend auf alle, die in diesem Musical mitwirken. Cusch Jung ist kein Nischenproduzent populärmusikalischer Massenware. Das bewies der Erfolg der Uraufführung seiner deutschen Version von Frank . . .