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Wuppertal, Konzert: „Sinfonische Tänze und Melton Tuba Quartett“

Es war kein Karnevalskonzert an diesem trüben Rosensonntag. Lepo Sumera (1950-2000) unterrichtete Komposition an der estnischen Musikakademie in Tallin, hat u.a. 6 Sinfonien ein Klavierkonzert, Kammermusik und Filmmusiken geschrieben. Seine 1. Sinfonie beginnt nach kurzem Paukencrescendo. mit schrillen, intensiven flächigen Akkorden, die urplötzlich ins PP abbrechen. Nur einzelne . . .

Graz: „Die Nachtigall von Gorenjska“, Anton Foerster

Die Oper über die gesangsbegabte junge Minka, die von einem französischen Impresario zufällig bei einem Besuch in ihrem Dörfchen in Gorenjska (Oberkrain) entdeckt wird, wurde 1872 zunächst als Operette aufgeführt und gilt, seit ihrer Umarbeitung und Premiere 1896 in Laibach, als die slowenische Nationaloper schlechthin. Ihr Schöpfer, Anton Foerster, stammte aus Böhmen, verbrachte aber den . . .

Gießen: „Xerxes“, Georg Friedrich Händel

Die Partitur von Händels Oper Serse (Xerxes) sieht zwei Partien in der hohen Lage von Frauenstimmen vor, die dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden. Die Titelrolle wurde bei der Uraufführung 1738 von einem Sopran-Kastraten gesungen. Heute wird sie meist von einem Mezzosopran als Hosenrolle gegeben. Schon bei der Uraufführung war die männliche Rolle von Xerxes‘ Bruder Arsamene mit . . .

Braunschweig: „Béatrice et Bénédict“, Hector Berlioz

Äußerst selten kann man hierzulande die Opéra-comique „Béatrice et Bénédict“ von Hector Berlioz erleben, anders als dessen monumentale Opern „Les Troyens“ oder „La damnation de Faust“. Vielleicht wäre sie bekannter, wenn sich Berlioz bei seiner letzten Oper für den Titel der Shakespeareschen Vorlage „Viel Lärm um nichts“ entschieden hätte, allerdings für ein Werk des . . .

Berlin, Ballett: „Approximate Sonata/One Flat Thing/Blake Works I“, William Forsythe

Drei Choreografien des mittlerweile 74jährigen William Forsythe aus unterschiedlichen Schaffensperioden präsentiert der neue Abend des Staatsballetts in der Deutschen Oper Berlin. Die Premiere am 16. Februar 2024 in Anwesenheit des Choreografen endete mit langanhaltendem Beifall. Was die Leistungen der Compagnie betrifft, waren diese durchaus berechtigt, absolvierte das Tanzensemble die hohen . . .

Antwerpen: „Brodeck“, Daan Janssens

Lieber Opernfreund-Freund, – am Opernhaus Antwerpen hatte am vergangenen Freitag ein Werk seine Uraufführung, das auch in Deutschland nicht aktueller sein könnte. Die Oper Brodeck von Daan Janssens beschäftigt sich mit dem Thema Fremdenhass. Sie entstand nach der Romanvorlage Brodecks Bericht des französischen Schriftstellers Philippe Claudel aus dem Jahr 2009 und erzählt eine . . .

Flensburg: „La traviata“, Giuseppe Verdi

La traviata geht immer. Meist engagieren Theater einen mittelmäßigen und zwei gute (oder umgekehrt) Gäste für die Besetzung der drei Hauptpartien und stellen diese in eine mehr oder weniger gelungene Inszenierung. Schon strömen die Besucher in die Vorstellungen. Nicht so in Flensburg. Oh doch, voll ist das Haus schon, aber das Ensemble besteht in dieser Vorstellung ausschließlich aus . . .

Dresden, Ballett: „Dornröschen“, Peter Tschaikowsky

Opulente szenische Pracht und tänzerische Bravour bietet das Semperoper Ballett bei der Wiederaufnahme von Tschaikowskys Klassiker Dornröschen. 2007 war die Produktion in der Choreografie von Aaron S. Watkin nach dem Original von Marius Petipa herausgekommen. Für die jetzige Neueinstudierung hatte der Künstlerische Leiter der Compagnie Marcelo Gomes einige Szenen neugestaltet, vor allem das . . .

Hamburg: „Historia di Jephte“, Giacomo Carissimi / „Dido und Aeneas“, Henry Purcell

O lachend frevelnder Leichtsinn!“ – das ist Frickas Kommentar zum Handel, den die Herren Götter und Riesen ausgemacht und als Bezahlung für das neue Wotan-Hauptquartier einfach mal die für die Götter lebenswichtige Freia geopfert haben – vorläufig, meint der Göttervater, das kriegen wir schon irgendwie hin! – Wenn es um Macht, den Nachweis unbedingten Gehorsams oder das eigene . . .

Dresden, Konzert: „Ein deutsches Requiem“, Johannes Brahms

Seit den angloamerikanischen Luftangriffen des 13. Februar des Jahres 1945 auf die bis zu dieser Zeit unzerstörte Barockstadt Dresden mit einer bis Dato nie exakt bestimmten Zahl von Todesopfern ist inzwischen mit den 79 Jahren ein Menschenalter vergangen. Jene Menschen, die das Grauen des Feuersturms bewusst erlebten, versterben zunehmend und den derzeit weltweit Entscheidenden fehlt diese . . .

Frankfurt: „Die Zauberflöte“, Wolfgang Amadeus Mozart

Kann man sich tatsächlich an diese Zauberflöte ohne Zauber, dieses gesichtslose, weiße Bühnenbild und diese profillosen Dutzend-Kostüme gewöhnen? Man kann, wenn wie in der aktuellen Wiederaufnahmeserie eine spielfreudige Spitzenbesetzung aus dem hauseigenen Ensemble auf eine profilierte Dirigentin im Orchestergraben trifft. Dann nämlich ist es ziemlich egal, ob zu Mozarts Mischung aus . . .