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CD: „Walter Kaufmann: Orchesterwerke“, RSO Berlin unter Robert Coleman

„Die Leute reden alle von Musik, reden daran vorbei, die wissen gar nicht, was das für ein Feuer ist, das einen Menschen vollständig verbrennen kann“ – so beschreibt der Musiker Walter Kaufmann 1927 sein Umfeld als Student an der Karls-Universität in Prag. Da ist der gebürtige Karlsbader gerade 20 Jahre alt und hat bereits in Berlin die Meisterklasse für Komposition bei Franz Schreker . . .

Solingen: „Pinkelstadt“, Mark Hollmann und Greg Kotis

Neben den immer wieder gespielten Musicals wie West Side Story, My Fair Lady oder Sweeny Todd bietet das Genre unglaublich viele Stücke, die in Deutschland eine Art Schattendasein fristen und die nur sehr selten auf den Bühnen des Landes zu sehen sind. Dazu gehört auch das Musical Pinkelstadt - Ab in die Büsche! das derzeit vom Theater für Niedersachsen aufgeführt wird. Urinetown, so der . . .

Karlsruhe: „Spielzeit 2024/25“

Das Badische Staatstheater Karlsruhe hat seine Pläne für die Spielzeit 2024/25 bekanntgegeben. Die Eröffnungspremiere der Oper gilt am 29. September 2024 dem lyrischen Drama The Wreckers von Ethel Smyth. Das Leitungsteam besteht aus Keith Warner (Inszenierung) und Georg Fritsch (Musikalische Leitung). Am 12. Oktober folgt als Übernahme vom Oldenburgischen Staatstheater Donizettis Don Pasquale . . .

Dresden, Konzert: „Messiaen: Turangalîla-Symphonie“, Staatskapelle unter Nicholas Collon

In seiner Zeit als Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra von 1924 bis 1949 hat sich der russische Musiker Sergej Kussewitzki (1874-1951) als ein leidenschaftlicher Förderer der zeitgenössischen Musik betätigt. Als Gründer des Berkshire Music Center in Tanglewood hatte er die finanziellen Mittel zur Verfügung, um aufstrebende Komponisten fördern zu können. Vor allem war er für seine . . .

Hamburg: „Saint François d’Assise“, Olivier Messiaen

Der erste Biograph des Hl. Franz von Assisi, Thomas von Celano, berichtet von Versuchungen „heftigen Verlangens“ des Ordensgründers, die er jedoch sublimieren konnte. Auch die Heiligen sind eben nicht ohne Sinnenlust. – Daß dies auch für seinen späten Jünger Messiaen gilt, den man nach dem Hören seiner gut vierstündigen „Scènes Franciscaines“ („Franziskus-Szenen“) eher . . .

Berlin: „Chowanschtschina“, Modest Mussorgsky (Premierenkritik)

Nach „Boris Godunow“ gilt „Chowanschtschina“ als das zweite Meisterstück Modest Mussorgskys. Doch im Gegensatz zum „Boris“ steht keine zentrale Gestalt im Mittelpunkt des Werks. Es ist ein „Volksdrama“, das den zerrütteten, von vielfachen Machtansprüchen zerrissenen Zustand Russlands vor und nach der Krönung Peters des Großen zeigt, ohne wirkliche Liebesgeschichte, ohne . . .

Berlin: „Chowanschtschina“, Modest Mussorgsky (zweite Aufführung)

Armes Russland – Hätte die fürs Tierwohl hochengagierte Organisation PETA nicht bereits dafür gesorgt, dass die lebendigen und eigentlich recht vergnügten Kaninchen aus Wagners Ring an der Staatsoper verschwinden mussten, dann wäre zuzüglich zum mit Futter gefülltem Fressnapf vielleicht auch der dazu gehörende große schwarze Hund in Claus Guths Inszenierung von Modest Mussorgskys . . .

Linz: „Der Barbier von Sevilla“, Gioachino Rossini

Nikolaus Harnoncourt hat einmal gesagt, dass er deshalb nichts von Rossini dirigiere, weil Rossini keinen einzigen „Herzenston hingekriegt“ habe. Man kann gewiss darüber streiten, auch könnte mit diesem Verdikt der Vorwurf des tieferen Gegensatz zwischen angeblicher deutscher „Tiefe“ und kritisierter italienischer „Oberflächlichkeit“ aufgewärmt worden sein. Unbezweifelbar aber ist . . .

Lübeck: „Schönberg, Ullmann, Brahms“, Philharmonisches Orchester unter Stefan Vladar

„Das Stück geht unter die Haut und am Ende hat man das Gefühl, man hat keine mehr“ – so umriß GMD Stefan Vladar in der Einführung zum 8 Symphoniekonzert in Lübeck am 2. Juni 2024 in der Lübecker Musik- und Kongreßhalle das nur siebenminütige Melodram „Ein Überlebender aus Warschau“ von Arnold Schoenberg. – Sieben Minuten traumatische Erinnerung, sieben Minuten blankes . . .

Meiningen: „Una cosa rara“, Vicenze Martín y Soler

Wahrscheinlich würde sich kaum einer aus dem Theaterpublikum einen „Lüpertz“ ins Wohnzimmer hängen oder in den Garten stellen. Und so wecken die potthässlichen maskulinen Kolosse, die eingangs der ganzen Bühne einnehmen, bestimmt keine Begehrlichkeiten. Umso erstaunter und berührter wird man sein, wenn sich gleich eine verzauberte Waldkulisse öffnet, vor der sich fortan die Dramödie . . .