Der Spielplan der Staatsoper enthält in der neuen Saison vier Neuinszenierungen und sechs Wiederaufnahmen aus dem klassischen Opern-Repertoire. Dazu kommt eine ganze Reihe von neueren und außergewöhnlichen Werken.

© Clemens Heidrich
Im Musiktheater beginnt es im September 2026 mit der Premiere von Pique Dame von Peter Tschaikowsky; mitwirken wird Helen Donath als Gräfin, der neue Generalmusikdirektor FrancescoAngelico wird dirigieren und Roland Schwab inszenieren. Im Oktober folgt Il Viaggio, Dante von Pascal Dusapin; nach Penthesilea kommt die 2022 beim Festival d’Aix-en-Provence uraufgeführte Produktion in der Inszenierung Claus Guths im Rahmen der Dusapin-Trilogie der Staatsoper nun als Deutsche Erstaufführung nach Hannover. Die szenische Einstudierung übernehmen Karine Girard und Felix Schrödinger, während der Gastdirigent Roland Kluttig die musikalische Leitung hat. Die Komische Oper Ich, ich,ich! Je suis narcissiste von Raquel García-Tomás wird im Ballhof 1 aufgeführt. Das teilweise absurde Werk erzählt die skurrile Geschichte einer Frau in der Midlife-Crisis, die nach dem Tod ihrer Katze in der Praxis eines exzentrischen, narzisstischen Psychiaters landet. Es dirigiert der Zweite Kapellmeister der Staatsoper Masaru Kumakura, für die Inszenierung ist Ruben Michael verantwortlich. Ende November folgt das fantasiereiche Musical Der Kuss der Spinnenfrau von John Kander nach dem gleichnamigen Roman von Manuel Puig (Musikalische Leitung: N.N., Inszenierung: Matthew Wild). Musiktheater für die ganze Familie bietet im Ballhof 2 nach dem Bilderbuch von Wolf Erlbruch Ente, Tod und Tulpe von Leopold Dick; Hyerim Byun wird dirigieren, Demis Volpi inszenieren und choreografieren. Ab Ende Januar 2027 gibt es Gioacchino Rossinis Oper La Cenerentola, dieMasaru Kumakura musikalisch leiten und Philipp Grigorian inszenieren wird. Eine Zusammenarbeit von Staatsoper und Schauspiel ist Nur zu deinem Besten, ein zweiteiliger Abend über Autonomie und Fürsorge im Alter. Die Komponistin Raquel García-Tomás hat mit Per precaució auf einen Text von Victoria Szpunberg ein kurzes Musiktheaterstück für Sopran und Harfe geschrieben, das sich empathisch der Gedanken- und Gefühlswelt einer Frau annähert, der der Schritt ins Pflegeheim unmittelbar bevorsteht. Zusammen mit Theater- und Prosatexten, unter anderem von Didier Eribon, entsteht im Ballhof 2 ein Abend, der Schauspiel und Musiktheater zu einer gemeinsamen Erzählung verwebt, bei der Helen Donath ebenso wie Mitglieder des Schauspielensembles mitwirken (Musikalische Leitung: Francesco Greco, Inszenierung: Valérie Junker und Marit Pesch). Ludwig van Beethovens einzige Oper wird es in einer erweiterten Lesart geben (Titel: Fidelio: Focus & Fade). Regisseurin Eva-Maria Höckmayr lässt die Singspiel-Dialoge der Oper auf nahe und ferne Geräusche treffen, die Arien, Chöre und Ensembles auf weitere Musik von Beethoven und anderen Komponisten; die musikalische Leitung wird der Gastdirigent aus Wien Tobias Wögerer haben. Im Ballhof 1 wird ab April 2027 als Produktion der Musiktheaterakademie der Staatsoper Hannover mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover das Oratorium La Giuditta vonAlessandro Scarlatti aufgeführt (Dirigat: NN, Inszenierung: Roman Hovenbitzer). Kurz zum Inhalt: Nach monatelanger Belagerung steht die jüdische Stadt Betulia vor der Kapitulation. Die junge Witwe Judith begibt sich ins Lager des assyrischen Feldherrn Holofernes, bezirzt ihn und enthauptet ihn im Schlaf. Mit Holofernes’ Tod ist Betulia gerettet, doch der Triumph hat einen bitteren Nachgeschmack: Judith bleibt am Ende allein zurück. Schließlich wird es nach Der Räuber Hotzenplotz, dem Singspielvon Sebastian Schwab nach Otfried Preußler (Musikalische Leitung: Masaru Kumakura, Inszenierung: Susanne Lietzow), als letzte Premiere der Spielzeit Giacomo Puccinis unverwüstliche Madama Butterfly geben; GMD FrancescoAngelico wird dirigieren, Manuel Schmitt inszenieren.
Wiederaufnahmen: Il Trovatore, La Bohème, Hänsel und Gretel, Heute Abend: Lola Blau, Rigoletto, Lohengrin, Don Giovanni
Das Staatsballett präsentiert drei Produktionen: Es beginnt im November mit Romeo und Julia nach William Shakespeare mit der Musik von Sergei Prokofjew. Für Choreografie und Inszenierung wird Goyo Montero verantwortlich sein, während Tobias Wögerer dirigieren wird. Unter dem Titel Morau/Montero folgen im Februar 2027 Werke zweier Choreografen, die jeweils sehr starke, unterschiedliche Handschriften ihr eigen nennen: Zu den Schlüsselwerken von Marcos Morau zählt Tundra, das 2017 für die National Dance Company of Wales entstanden ist.
Eine neue Farbe im Spektrum seiner Arbeiten zeigt auch Ballettdirektor Goyo Montero mit seiner Uraufführung: Mit seinem Team begibt er sich auf eine kreative Reise mit derzeit noch offenem Ziel. Schließlich hat im Mai Venezuela, einTanzstück von Ohad Naharin, Premiere. Das 2017 entstandene Werk entfaltet sich in zwei 40-minütigen Abschnitten, in denen dieselbe Choreografie zweimal getanzt wird. Die Schritte bleiben dieselben, doch die Besetzung, die Musik, das Licht und die energetische Spannung sind andere.
Wiederaufnahmen: Verwandlungen, Schwanensee. Rotbarts Geschichte,
Gerhard Eckels 1. Juni 2026
Musiktheater:
12. September 2026: Pique Dame, Peter Tschaikowsky
10. Oktober 2026: Il Viaggio, Dante, Pascal Dusapin
22. Oktober 2026: Ich, ich, ich, Raquel García Tomás
28. November 2026: Kuss der Spinnenfrau, John Kander
14. Januar 2027: Ente, Tod und Tulpe, Leopold Dick
22. Januar 2027: La Cenerentola, Gioacchino Rossini
14. Februar 2027: Nur zu deinem Besten
19. März 2027: Fidelio: Focus & Fade, Ludwig van Beethoven
16. April 2027: La Giuditta, Alessandro Scarlatti
18. April 2027: Der Räuber Hotzenplotz, Sebastian Schwab
12. Juni 2027: Madama Butterfly, Giacomo Puccini
Ballett:
6. November 2026: Romeo und Julia, Goyo Montero
13. Februar 2027: Morau/Montero – Tundra, Marcos Morau – Uraufführung, Goyo Montero
15. Mai 2027: Venezuela, Ohad Naharin
17. Juni 2027: Frameworks 1, Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts