Krefeld-Mönchengladbach: „Spielzeit 2026/27“

Am 27. April 2026 stellte Generalintendant Michael Grosse gemeinsam mit dem Leitungsteam des Theaters Krefeld-Mönchengladbach den neuen Spielplan für die Spielzeit 2026/27 vor. Dieser berücksichtigt wie üblich beide Theaterhäuser am Niederrhein, in der kommenden Spielzeit jedoch nicht ganz paritätisch, da aufgrund der Sanierungsmaßnahmen an der Fabrik Heeder in Krefeld aktuell keine Studiobühne zur Verfügung steht. Bereits in dieser Spielzeit müssen zudem die Premieren in Mönchengladbach so geplant werden, dass sie problemlos nach Krefeld übernommen werden können, wenn dort in der Spielzeit 2027/28 die Interimsspielstätte im Theaterzelt genutzt wird. Einen ersten Einblick in das Theaterzelt, das derzeit noch vom Theater Altenburg Gera genutzt wird, bietet ab sofort der informative Magazin-Teil des neuen Spielzeitheftes. Dort finden sich auch alle weiteren Informationen zur kommenden Spielzeit sowie ein ausführlicher Überblick über die geplanten Produktionen.

© Matthias Stutte

In der Spielzeit 2026/27 bietet das Musiktheater neben fünf Übernahmepremieren – zwei in Krefeld und drei in Mönchengladbach – insgesamt vier große Neuproduktionen. Den Anfang macht Giuseppe Verdis Oper Otello, die am 27. September 2026 in Krefeld Premiere feiern wird. Die Inszenierung übernimmt Roman Hovenbitzer, die musikalische Leitung liegt bei GMD Mihkel Kütson.

Auch in Mönchengladbach beginnt die Spielzeit im Musiktheater mit einer auf einem Shakespeare-Werk basierenden Oper. Charles Gounods großes Drame-lyrique Roméo et Juliette, das bereits erfolgreich in Krefeld gespielt wurde, wird ab dem 11. Oktober 2026 in Rheydt in der Inszenierung von Jan Eßinger zu sehen sein. Auch hier liegt die musikalische Leitung bei GMD Mihkel Kütson.

Allgemein ist William Shakespeare die zentrale Person zu Beginn der kommenden Spielzeit, denn ab dem 19. September 2026 wird auch seine Tragödie Hamlet vom Schauspielensemble in Krefeld aufgeführt. An dieser Stelle soll jedoch der Fokus auf den musikalischen Produktionen liegen. Aus der Schauspielsparte sei daher nur noch das Musical Der kleine Horrorladen von Alan Menken genannt, das noch in der laufenden Spielzeit in Krefeld Premiere feiern wird. Der Vorverkauf läuft hierbei so gut, dass bereits vor der Premiere weitere Zusatztermine eingeplant werden mussten. Die Übernahmepremiere in Mönchengladbach findet am 18. Oktober 2026 statt, in Krefeld wird das Musical ab dem 22. April 2027 ebenfalls nochmals auf der großen Bühne zu sehen sein. Die Inszenierung übernimmt Kay Neumann, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Jochen Kilian.

Mit dem großen Ensemblestück Titanic – Das Musical von Maury Yeston wird eine weitere Erfolgsproduktion aus dieser Spielzeit ab dem 30. Oktober 2026 in Krefeld zu sehen sein. Diese in Koproduktion mit dem Theater Osnabrück realisierte und von Ansgar Weigner inszenierte Produktion ist in allen Bereichen uneingeschränkt empfehlenswert und sollte auf Grund des zu erwartenden Zuschauerinteresses rechtzeitig eingeplant werden. Die musikalische Leitung übernimmt wie bereits in Mönchengladbach Sebastian Engel.

Mit La Bohème von Giacomo Puccini (Premiere MG: 14. November 2026) und I Pagliacci (Der Bajazzo)von Ruggero Leoncavallo (Premiere KR: 24. Januar 2027) folgen zwei weitere Übernahmen von Produktionen aus diesem Jahr in die jeweils andere Stadt. Dabei wurde Der Bajazzo sehr bewusst mit einer Spieldauer von etwas unter eineinhalb Stunden als alleinstehendes Werk in den Spielplan aufgenommen, um mit diesem Stück ein besonderes Angebot für Operneinsteiger zu schaffen. Vor oder nach den Vorstellungen findet jeweils ein wechselndes Rahmenprogramm in Form von besonderen Werkseinführungen, Come-together mit beteiligten Künstlern oder einer Krimi-Lesung mit einer zum Stoff der Oper passenden Geschichte statt. Einzelheiten hierzu werden rechtzeitig in den Monatsplänen und den weiteren Informationsmedien des Theaters bekannt gegeben.

Ab dem 20. Februar 2027 ist mit The Turn of the Screw eine weitere Oper von Benjamin Britten erstmals am Theater Krefeld und Mönchengladbach zu sehen. Dies ist eine von zwei Neuproduktionen, die nach der Premiere in Mönchengladbach in der Spielzeit 2027/28 ins Theaterzelt Krefeld-Bockum übernommen werden. Spannend hierbei ist die Anekdote, dass das Theater vor längerer Zeit mit dem Regisseur Hinrich Horstkotte darüber sprach, welche Oper er gerne inszenieren würde. Seine Wahl fiel auf Brittens The Turn of the Screw. Nachdem dieses Stück für die kommende Spielzeit tatsächlich in Betracht gezogen wurde und man den Regisseur kontaktierte, musste das Theater jedoch erfahren, dass er dem Theater Ulm gerade die Zusage für eine Inszenierung dieses Werkes gegeben hatte. Die Premiere fand dort am 11. April 2026 statt und erhielt hervorragende Kritiken. In Kooperation mit dem Theater Ulm wird die Produktion in der kommenden Spielzeit nun aber auch am Niederrhein zu sehen sein. Operndirektor Andreas Wendholz hat sich im Sinne der Nachhaltigkeit bewusst für diese Übernahme entschieden, um dem Trend entgegenzuwirken, dass viele Theater Stücke produzieren, die dann für immer verschwinden. Ein durchaus zukunftsweisender Gedanke – auch im Hinblick auf die weiterhin zu befürchtenden Kürzungen der Kulturetats. Die musikalische Leitung übernimmt auch hier Sebastian Engel.

Bedřich Smetanas Die verkaufte Braut zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Opern des komischen Repertoires. Ab dem 17. April 2026 ist die Oper in einer Inszenierung von Maren Schäfer im Theater Krefeld zu sehen. Die Aufführungen erfolgen in deutscher Sprache. Da der bisherige Kapellmeister Giovanni Conti im Sommer zur Deutschen Oper Berlin wechseln wird, ist die Stelle am Niederrhein aktuell noch nicht wieder final besetzt. Die verkaufte Braut soll aber die erste Produktion sein, die vom neuen Kapellmeister oder von der neuen Kapellmeisterin vollständig betreut wird.

In den vergangenen Jahren waren die „On Stage“-Produktionen, bei denen das Publikum auf der großen Bühne Platz nehmen kann, sehr erfolgreich und sehenswert. Diese Reihe wurde vor kurzem in Krefeld mit dem Doppelabend Trouble in Tahiti von Leonard Bernstein und Herzog Blaubarts Burg von Béla Bartók fortgesetzt. Die Inszenierung der beiden Einakter lag bei Petra Luisa Meyer, die musikalische Leitung übernahm Sebastian Engel. Ab dem 2. Mai 2027 wird diese Produktion dann auch in Mönchengladbach zu sehen sein.

Gegen Ende der Spielzeit steht mit Singin‘ in the Rain ein großes Tanzmusical als letzte Musiktheater-Premiere der Spielzeit auf dem Spielplan. Das 1983 in London uraufgeführte Musical basiert auf dem gleichnamigen Filmklassiker aus dem Jahr 1952 und verbindet Komödie, Romantik und Filmgeschichte zu einem temporeichen und unterhaltsamen Theaterabend. Auch hier dirigiert Sebastian Engel die Niederrheinischen Sinfoniker. Die Premiere ist für den 5. Juni 2027 am Theater Mönchengladbach terminiert.

Abgerundet wird die Spielzeit durch die Übernahmepremiere des sehr unterhaltsamen Familienmusicals Einhörner gibt es hier nicht! (Inszenierung: Ulrich Proschka; Musikalische Leitung: Mareike Jörling) am 28. November 2026 am Theater Krefeld sowie die Wiederaufnahme von Giuseppe Verdis La Traviata (Inszenierung: Michiel Dijkema; Musikalische Leitung: GMD Mihkel Kütson) am 28. März 2027, ebenfalls in Krefeld.

Neben den Produktionen im Musiktheater bieten auch das Schauspiel und das Ballett wieder zahlreiche interessante Aufführungen, die alle online auf der Homepage des Theaters unter https://theater-kr-mg.de/2026-27/ zu finden sind. Der Vorverkauf für alle Vorstellungen beginnt am 2. Mai 2026. Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass die Eintrittskarte ab der kommenden Spielzeit gleichzeitig als Nahverkehrsticket im gesamten VRR-Gebiet genutzt werden kann. Gleichzeitig entfallen die kostenlosen Parkmöglichkeiten in den beiden bisher genutzten Parkhäusern. Die Anreise mit dem Pkw und das Parken des Autos ist selbstverständlich weiterhin möglich, und zwar zu durchaus günstigen Konditionen im Vergleich zu den anderen Theatern im Umkreis.

Markus Lamers, 27. April 2026


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