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Stuttgart: „Götterdämmerung“, Richard Wagner

Mit einer rundum gelungenen Götterdämmerung endete der neue Ring-Zyklus an der Staatsoper Stuttgart. Zwei Jahre ist an diesem Projekt geschmiedet worden, und das Ergebnis kann sich insgesamt sehen lassen. Wie auch bereits in dem denkwürdigen Vorgänger-Ring aus der Ära Klaus Zehelein zeichnen auch hier wieder mehrere Regisseure für die Aufführungen verantwortlich - ein Vorgehen, das sich . . .

Bremerhaven: „Orpheus in der Unterwelt“, Jacques Offenbach

Nun wissen wir, wer den Bremerhavener Molenturm in Schieflage gebracht hat: Es war der teuflische Pluto. Diese Erkenntnis verdanken wir der rundum gelungenen Inszenierung von Jacques Offenbachs Operette Orpheus in der Unterwelt durch Isabel Hindersin in der Ausstattung von Dietlind Konold. Zu Beginn sieht man nämlich ganz im Hintergrund einen noch aufrechten Turm, der in dem Moment schräg . . .

Cagliari: „Gloria“, Francesco Cilea (erste Besprechung)

Lieber Opernfreund-Freund, – das Teatro Lirico di Cagliari tut sich seit ein paar Jahren mit der Ausgrabung von Opern hervor, die teilweise jahrzehntelang nicht gespielt wurden; dabei legt man einen Focus auf Werke von Zeitgenossen von Puccini, Mascagni und Leoncavallo, die aber wegen der Übermacht der Kassenschlager der drei genannten keinen dauerhaften Platz auf den Opernbühnen dieser . . .

Klagenfurt: „Hiob“, Thomas Lang/Michael Sturminger

Es ist eine der größten und tiefsten Frage des Menschen an seine Existenz: warum das Leid? Schon die alten Hochkulturen haben sich in weisheitlichen Erzählungen mit ihr auseinandergesetzt, nachdem die einfache Formel „Es ergeht dir so, wie du selbst dich auch verhältst“ in ihrer Unverhältnismäßigkeit entlarvt war. In der hebräischen Bibel fand das Ringen um den Sinn des . . .

Frankfurt, Konzert: „Bergen Philharmonic Orchestra“, Wagner, Schumann, Strawinsky

Im Rahmen der Pro Arte Saison konnte sich das Publikum der Alten Oper Frankfurt über das Gastspiel des Bergen Philharmonic Orchestra und seinem Chef-Dirigenten Edward Gardner freuen. – Zu Beginn erklang das Vorspiel zum ersten Aufzug „Parsifal“ von Richard Wagner. Vor wenigen Wochen war eine komplette Aufführung des Werkes in Bergen zu bestaunen, die Edward Gardner mit seinem . . .

CD: „Rachmaninov, Symphonie Nr. 2“, Leonard Slatkin, neu remastert

Das berühmte Produktionsteam Joanna Nickrenz und Marc Aubort firmierte unter dem sehr passenden Namen »Elite Recordings«. Die beiden blieben der hohen Kunst der einfachen Mikrofonierung treu, die ohne Mehrspulverfahren und Aufnahmetricks bereits in den 1950er und 1960er Jahren ganz erstaunliche Ergebnisse produziert hatte. Nun wurden die Aufnahmen von den originalen analogen Masterbändern . . .

Luzern, Konzert: „Orchestre de la Suisse Romande“, Khatia Buniatishvili

Selbstredend stand wiederum eine Starpianistin im Zentrum dieses letzten sinfonischen Konzerts anlässlich des nun jährlich stattfindenden Festivals LE PIANO SYMPHONIQUE im KKL. Zuerst aber möchte ich auf die rein orchestralen Programmpunkte des Abends eingehen. Während bei Martha Argerich mit Schumanns Klavierkonzert und bei Yoav Levanon mit Paderewskis Klavierkonzert jeweils das . . .

Frankfurt, Konzert: „hr-Sinfonieorchester“, Walker, Britten, Holst

Hierzulande nahezu unbekannt ist der afroamerikanische Komponist George Walker, der ein reiches kompositorisches Schaffen in seinen knapp einhundert Lebensjahren hinterließ. Der 2018 verstorbene Walker studierte u.a. bei Nadia Boulanger und Robert Casadesus Komposition. Neben zahlreichen Orchesterwerken schrieb er viel Kammer- und Vokalmusik. – Mit der kurzen knapp vierminütigen . . .

Berlin: „Die Rache der Fledermaus“, nach Johann Strauss

Man könnte meinen, die unter dem Titel Die Rache der Fledermaus des Casino-Theaters in Winterthur, in Zürich und nun in Berlin an der Komischen Oper Erfolge feiernde Bearbeitung der Strauss-Operette sei extra für Corona-beeinträchtigte Zeiten gestaltet worden, gibt es doch anstelle eines opernwürdigen Orchesterapparats lediglich fünf Musiker, die zugleich auch noch den Chor bilden, –  . . .

Luzern, Konzert: „Luzerner Sinfonieorchester“, Martha Argerich

Martha Argerich und die Klavierwerke von Robert Schumann - das ist eine positiv konnotierte symbiotische Beziehung der ganz besonderen Art. Selbst mit über 80 Jahren spielt die argentinisch-schweizerische Klavierlegende noch mit einer solchen Selbstverständlichkeit und einer Leichtigkeit, auch und vor allem in den vertracktesten pianistischen Passagen, dass man beim Zuhören weiche Knie . . .

Dresden, Konzert: „Julia Fischer“, Bach-Rezital   

Die frühen Impulse des Auslotens eines mehrstimmigen Spiels auf der Violine sind von den in Dresden tätigen Geigern Johann Jakob Walter (1650-1717) und Johann Paul Westhoff (1656-1705) ausgegangen.  Walter, der über sieben Ecken mit Johann Sebastian Bach (1685-1750) verwandt war, diente von 1674 bis 1680 als „primo violonista da camera“ am Dresdner Hof, während Westhoff von 1674 bis . . .