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Wuppertal: „Cinderella“, Richard Rodgers & Oscar Hammerstein

Bei Bühnen-Versionen des Aschenputtel-Märchens denkt man am ehesten an Prokofjews „Cinderella“-Ballett oder Rossinis „Cenerentola“-Oper. Wuppertals neue Opernintendantin Rebekah Rota bringt aber als dritte Neuproduktion der Saison ein „Cinderella“-Musical aus der Feder von Rodgers und Hammerstein heraus. Erstaunlich dabei ist, dass es immer noch kein richtiges Ensemble zu geben . . .

Dortmund: „Orpheus in der Unterwelt“, Jacques Offenbach

Ist das nicht ein bisschen zu viel „Orpheus in der Unterwelt“? Gerade erst wurde an der Rheinoper in Duisburg und Düsseldorf die überdreht-aberwitzige Inszenierung von Barrie Kosky aufgenommen, da bringt im November die Oper Dortmund eine Inszenierung von Nikolaus Habajan heraus, und die Essener Folkwang-Hochschule lässt Zsófia Geréb den Can-Can-Klassiker inszenieren. – Die . . .

Frankfurt, Konzert: „Englisch-böhmische Musikgeschichte“, Museumsorchester unter Antonello Manacorda

Das Konzert in der Alten Oper Frankfurt am 11. Dezember 2023 war ein musikalisches Ereignis mit vielen bewegenden Momenten. Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester unter der Leitung von Antonello Manacorda bot einen abwechslungsreichen und spannenden Querschnitt durch die englische und böhmische Musikgeschichte. Mit Maximilian Hornung als Solist im Cellokonzert von Edward Elgar war zudem ein . . .

Zürich: „Platée“, Jean-Philippe Rameau

Eigentlich klang die Idee der Regisseurin Jetske Mijnssen bestechend: Anstatt eine hässliche, eingebildete Frau, die zudem noch von einem Mann gesungen wird, dem allgemeinen Spott auszusetzen, machte sie aus der Sumpfnymphe Platée kurzerha:nd einen schwulen Souffleur und verlegte das Geschehen aus dem antiken Griechenland in ein heutiges Theater - wir erleben also Theater im Theater. Ben Bauer . . .

Nürnberg: „Die Fledermaus“, Johann Strauss

„Der Frosch, der g’hört eigntlich nei“, sagt der ältere Herr neben mir. Eigentlich schon. Und uneigentlich? Was aber, wenn der Dritte-Akt-Komiker einfach nicht da ist? – Der Frosch kann ja auf verschiedene Weise dargestellt werden – inzwischen auch als Frau. An der Wiener Volksoper tritt eine Fröschin auf, nachdem Hans Neuenfels 2001 mit Elisabeth Trissenaar seine Ehefrau in die . . .

Nürnberg: „Lucia di Lammermoor“, Gaetano Donizetti

„Die Musik ist sauschön“. In der Tat: der junge Mann, der mit der Schulplatzmiete die Vorstellung besuchte, hat vollkommen Recht. Donizettis Lucia di Lammermoor, mit der der Komponist nicht grundlos einen bis heute andauernden internationalen Ruhm erlang, verfügt über eine dramatisch genaue, lyrisch inspirierte, melodisch beseelte, erstklassig orchestrierte und einfallsreiche Musik, die es . . .

Weimar: „Der fliegende Holländer“, Richard Wagner

Vor Beginn der Vorstellung erscheint die Operndirektorin Andrea Moses und kündigt die krankheitsbedingten Vertretungen an: Daniela Köhler singt die Senta für Camila Ribero-Souza und Tommi Hakkala den Holländer für Oleksandr Pushniak. Das Publikum zeigt Verständnis. – Die Regie: Die Ouvertüre wird von einem Video (Adrià Bieito) begleitet, in dem ein Wechsel von einer blühenden . . .

St. Gallen: „Les Misérables“, Claude-Michel Schönberg und Alain Boublil

Der Regisseur Josef E. Köpplinger hat das Stück im einfachen, aber grandios funktionalen Bühnenbild von Rainer Sinell und mit den stimmigen Kostümen von Uta Meenen geradezu soghaft und mit herausragender Personenführung umgesetzt. Das Lichtdesign von Andreas Enzler ist phänomenal, indem es mittels Spotlights von oben den Blick auf die Handelnden fokussiert. Und da lohnt es sich, genau . . .

Meiningen: „Die Fledermaus“, Johann Strauss

Eine Ouvertüre, die so leichtfüßig zart und innig beginnt, an Fahrt gewinnt und wohlig walzerselige Gefühle weckt, gehört zum Operettenstandard, mischten sich da nicht die Farben ein, die alles in Rot, mal in Blau, Grün und Rosa tauchen und eine eigene Choreographie in Konkurrenz zum Orchester aufführen. Das Kind im Zuschauer erwacht und es bestaunt die Lichteffekte wie ein unverhofftes . . .

Darmstadt: „L’elisir d’amore“, Gaetano Donizetti

Komödien zu inszenieren ist das Allerschwerste, schon gar, wenn der zugrundeliegende Text 190 Jahre alt ist. Ein Produktionsteam muß dabei vor allem zwei Entscheidungen treffen: In welchem Setting läßt man die Handlung spielen? Und: Reichert man die Komödie mit eigenen (vermeintlich) humoristischen Einfällen an? Die aktuelle Premiere von Donizettis Liebestrank am Staatstheater Darmstadt . . .

Ingolstadt: „La bellezza ravveduta nel trionfo del tempo e del disinganno“, Georg Friedrich Händel

Das Stadttheater Ingolstadt kommt von Zeit zu Zeit in Koproduktion mit dem am Theater in Residenz lebenden Georgischen Kammerorchester mit unkonventionellen, aber bisweilen recht interessanten Projekten heraus. Diesmal hatte sich Regisseur Knut Weber einen Abend mit zwei Stücken ausgedacht unter dem Titel „Spuren und Geister“.   – Der 1. Teil war ein sog. „requiemmanifesto of . . .

Lübeck: „Hänsel und Gretel“, Engelbert Humperdinck

Alle Jahre wieder kommt der Engelbert, bringt uns Arien, Lieder – zaub´risch liebenswert! – Und etwas anderes darf eine Inszenierung von Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ auch gar nicht vermitteln als eine liebevolle Entführung in den Märchenwald, in dem sich zwar entsetzliche Dinge abspielen (bis hin zum Feuertod einer Menschenfresserin), aber aus dessen grünen . . .

Braunschweig: „Salome“, Richard Strauss

Die Braunschweiger Neuinszenierung des spannungsgeladenen Einakters durch Operndirektorin Isabel Ostermann überrascht durch die örtliche und zeitliche Verlegung der biblischen Geschichte in die Gegenwart. Das Einheitsbühnenbild von Stephan von Wedel zeigt einen modernen, mit einer Sitzgruppe karg möblierten und durch bodenlange Store-Vorhänge begrenzten Bungalow, in dem alle in zeitgerechter . . .