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Wien: „Das schlaue Füchslein“ Leoš Janáček

Man fährt als Berichterstatter mit großer Spannung und Vorfreude mit den U-Bahnen 1 und 3 zum Museumsquartier, den ehemaligen barocken Hofstallungen. Aber diese Freude wird bereits vor der Vorstellung durch etwa 20% der Fahrgäste in diesen beiden Öffis getrübt, die einfach keine FFP2-Maske tragen. Wozu auch, die Stadt Wien kontrolliert ohnehin nicht! Der zweite, weitaus stärkere Störfaktor . . .

Mailand: „Il Matrimonio Segreto“, Domenico Cimarosa

Wie im Herbst der letzten Jahre war die erste Produktion nach der Sommerpause dem Auftritt von Schülern der Accademia della Scala gewidmet. Ein erfahrener arrivierter Sänger ist dabei für die jungen Leute eine Art Tutor, von dem sie viel lernen und sich einiges abschauen können. Diesfalls war es Pietro Spagnoli, der den alten reichen Geizhals Geronimo, der seine Tochter Elisa an einen . . .

Aachen: „Alpenkönig und Menschenfeind“ Leo Blech

Wer war Leo Blech ? Vielleicht ist er den Musikfreunden noch als einer der wichtigsten deutschen Dirigenten der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts bekannt, so hatte er vier deutsche Staatsformen durchlebt: noch zu Kaisers Zeiten wurde er an die Berliner Hofoper berufen, durch die Weimarer Republik hindurch blieb er als Garant an der umbenannten Staatsoper und durfte im Dritten Reich, . . .

Bonn: „Asrael“, Alberto Franchetti (zweite Besprechung)

Lieber Opernfreund-Freund, – nach Giacomo Meyerbeers Feldlager in Schlesien wartet das Theater Bonn in dieser Spielzeit erneut mit einer Ausgrabung auf: Alberto Franchettis erste Oper „Asrael", 1888 uraufgeführt, hatte gestern vor beinahe ausverkauftem Haus Premiere. Das Theater Bonn lässt das Werk erstmals seit über 70 Jahren erklingen, ließ – wie schon beim Feldlager – eigens . . .

Duisburg: „Der fliegende Holländer“ Richard Wagner

Heute ins Theater oder ins Kino? - Beides! – Die Deutsche Oper am Rhein präsentiert in dieser Spielzeit eine Neuinszenierung des "fliegenden Holländers", deren Ankündigung den ein oder anderen Wagnerfreund im Vorfeld vielleicht zusammenzucken ließ. Aktuell ist es offenbar im Trend der Zeit, die bekannte Oper aus Sicht der Senta zu beleuchten, erst vor wenigen Wochen feierte im Theater . . .

Bonn: „Asrael“, Alberto Franchetti (Erste Besprechung)

Wieder einmal die Frage gestellt: Wer kennt die Oper „Asrael" oder den Komponisten Alberto Franchetti? – Zumindest letzteren könnte man kennen, denn Kirsten Harms hatte sich als Intendantin in Kiel für „Christoforo Colombo" und an der Deutschen Oper Berlin für „Germania" eingesetzt, von ersterem gibt es eine CD-Aufnahme aus Frankfurt (1991) mit Renato Bruson, letztere ist als . . .

Parma: „Messa da Requiem“ und „La forza del destino“

Giuseppe Verdis große Totenmesse stellt an alle Mitwirkenden höchste Ansprüche und meiner Meinung nach die allerhöchsten an den Dirigenten. Es gibt verschiedene gestandene Vertreter dieses Metiers, die sich an dieses (im besten Sinne) monströse Werk noch nicht herangewagt haben. Als sich Michele Mariotti nach getaner Arbeit dem jubelnden Publikum zuwandte, drückten seine Züge immer noch . . .

Dresden: „Götterdämmerung“, Richard Wagner (konzertant)

Nach der grandiosen „Direktschall-Darbietung des dritten Siegfried-Aufzugs“ vom vorhergehenden Samstag waren wir auf Marek Janowskis „konzertante Götterdämmerung“ am 15. Oktober 2022 gespannt. – Mit einem richtig freigespielten Wagner-Orchester konnte Marek Janowski prachtvolle, bis ins Detail aufgefächerte plastische Klangbilder hörbar machen. Die Transparenz, die dynamische . . .

Bonn: „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ Weill/Brecht

Es gibt Opern, mit denen tut man sich schwer; Werke an denen man sich überhört hat, zu denen man keinen Zugang findet, die man irgendwie unbegründet nicht so mag. Es ging mir sehr lange mit Weill/Brechts "Mahagonny" so; oft als historisches Brecht-Theater abgefeiert, mit den üblichen Hits "Moon of Alabama" und "Wie man sich bettet...", etwas spröde ob der akademischen Formen Weills, doch . . .

Dresden: Dresdner Philharmonie mit konzertantem „Siegfried“

8.10.2022 Konzertsaal des Kulturpalastes Dresden – Marek Janowski setzt die Ring-Aufführung der DD-Philharmonie fort – Von den Segmenten des „Ring des Nibelungen“ hat „Siegfried“ die komplexeste Entstehungsgeschichte. Als der 30-Jährige Richard Wagner im Jahre 1843 beim Kuraufenthalt in Teplitz erste Berührungen mit Jacob Grimms „Deutsche Mythologie“ hatte, faszinierte . . .