Hof: Tops und Flops – „Bilanz der Saison 2025/26“

Kurz vor dem Abschluss unsrer Serie der Spielzeitbilanzen erreichen uns noch Nachträge zu einzelnen Häusern. So blicken wir heute auf das Theater Hof.


Beste Produktion
Da die Produktion mit dem Opernfreund-Stern ausgezeichnet wurde, muss die Aufführung von Riccardo Zandonais Romeo und Julia als beste Produktion genannt werden.

Ungewöhnlichste Produktion
Die ungewöhnlichste Produktion war sicher die Performance von Antonín Dvořáks Geisterbraut, einer Dramatischen Kantate, weil hier eine Bildende Künstlerin und ihre unmittelbar entstehenden und projizierten Illustrationen im Mittelpunkt standen. Mit Svetlana Telbukh hatte man eine Frau eingeladen, die aus dem an sich konzertanten Stück zusammen mit den Musikerinnen und Musikern ein Gesamtkunstwerk ganz eigener Art machte.

Modernste Stücke und beste Sängerin
Mit dem Doppelabend Marilyn forever von Gavin Bryars und Twice through the Heart von Mark-Anthony Turnage bewies das Theater Hof wieder Mut zur musikdramatischen Moderne. Hier gefiel mit Stefanie Rhaue als beste Sängerin der Spielzeit, indem sie Turnages Musikdrama mit enormer Vitalität erfüllte. Mit der Rolle der „Frau“ hatte sie endlich einmal wieder eine mit kaum 30 Minuten kurze, doch komplett erfüllte Hauptrolle erhalten – es war spannend, wie sie ihren Mezzosopran gewinnbringend und dramatisch stets mit maximalem Einsatz ins Spiel brachte.

Komischste Rollen
Genannt werden müssen auch Inga Lisa Lehr, Markus Gruber und Thilo Andersson, die in Kálmáns Bajadere die drei komischen Rollen rollendeckend und tänzerisch agil über die Rampe brachten. Es ist ja bereits keine Kleinigkeit, Operette „nur“ zu singen. Wie die drei als Dreamteam über die Bühne wirbelten, war Operette at its best – Chapeau!

Schönstes Bühnenbild und Licht
Das schönste Bühnenbild entwarf Aylin Kaip, das vom Lichtdesigner Stefan Pampel für Tschaikowskys Eugen Onegin ausgeleuchtet wurde: ein atmosphärisch starkes wie sinnfälliges Bild, das mit Blick auf etwas archetypisch „Russisches“ nicht verleugnet, dass es reines Theater ist, ohne künstlich zu wirken.

Fazit
Ansonsten bewies das Theater Hof mit seinen, wie man früher schön sagte, „bewährten Kräften“, dass es in der nordbayerischen „Provinz“ zwischen Tradition und Moderne sein Publikum zu erreichen weiß.


Die Bilanz zog Frank Piontek.