Archiv

Wien: „Orpheus in der Unterwelt“, Jacques Offenbach

Innerhalb einer Woche Offenbach zum zweiten in den Musiktheatern Wiens. Ist im MuseumsQuartier eine Herde Trampeltiere für die „La Perichole“-Aufführung des Theaters an der Wien herumgerast (dafür wurde ausgezeichnet gesungen), nahm die Volksoper für „Orpheus in der Unterwelt“ einen ganz anderen Weg. Man engagierte ein englisches Comedy-Ensemble, von dem man sicher sein konnte, dass . . .

Zürich: „3. Philharmonisches Konzert“, Strauss, Bartok, Mahler

Was für ein klug zusammengestelltes Konzertprogramm voll aufwühlender Intensität präsentierte uns die Philharmonia Zürich anlässlich ihres 3. philharmonischen Konzerts gestern Abend im Opernhaus Zürich! Der 26 jährige Richard Strauss stand bei der Komposition seiner Tondichtung „Tod und Verklärung“ ganz am Anfang seiner Karriere, Béla Bartók hinterließ sein Viola Konzert . . .

Hamburg: „Lady Macbeth von Mzensk“, Dmitri Schostakowitsch

Die Handlung der Oper Lady Macbeth von Mzensk von Dmitri Schostakowitsch bietet „Sex and Crime“ pur: Vergewaltigung, Ehebruch, Brutalität und Mord sind die äußerlichen Zutaten. Katerina Ismailowa lässt sich auf ein Verhältnis mit Sergei ein, einem Arbeiter im Betrieb ihres Schwiegervaters Boris.  Dieser Boris ist ein bigotter, brutaler und geiler Tyrann. Katarina vergiftet ihn. Und . . .

Wiesbaden: „Rusalka“, Antonín Dvořák

Wenn Sänger ins Regiefach wechseln, geschieht das zumeist nach Beendigung der aktiven Bühnenkarriere. Ein herausragendes Beispiel dafür ist Brigitte Fassbaender, die als international gefeierte Mezzosopranistin bereits im Alter von 56 Jahren die Profession wechselte und mit inzwischen rund 90 Inszenierungen eine der wichtigsten Opernregisseure im deutschsprachigen Raum geworden ist. Zuletzt . . .

Berlin: „Samson et Dalila“, Camille Saint-Saëns (zweite Besprechung)

Stimmungsvoll beginnt die Aufführung von Saint-Saëns’ Samson et Dalila in der Inszenierung des argentinischen Filmregisseurs Damián Szifron. Nach der Premiere 2019 hinterlässt die aktuelle Wiederaufnahme-Serie sogar noch einen stärkeren Eindruck, denn einige seltsame Einfälle des Regisseurs waren eliminiert worden. Ètienne Pluss hatte für den 1. Akt in der Stadt Gaza vor dem Tempel des . . .

Meiningen, Sprechtheater: „Maria Stuart“, Friedrich Schiller

Ausnahmsweise mal Sprechtheater par excellence. Man findet es ja nur noch selten. Es ist eine Hommage an die Künstler, die Unsichtbares und Unausgesprochenes gestalten. Matthias Schubert, längst eine Größe im Sounddesign für Film und Theater, hat ein sehr feines Gespür für den wohldosierten und gezielten Einsatz seiner Klänge. Ein Schauspiel braucht keine sinnfreie Berieselung mit . . .

Wien: „La Perichole“, Jaques Offenbach (zweite Besprechung)

Nach Wikipedia liegt der dreiaktigen opéra-bouffe, deren Libretto von dem Erfolgsduo Henri Meilhac und Ludovic Halévy stammt, die historische Liaison zwischen Manuel d‘ Amat i de Junyent, Vizekönig von Peru zwischen 1761 und 1776, und der Schauspielerin María Micaela Villegas y Hurtado (1748-1819), genannt La Perricholi, zu Grunde. Jacques Offenbach war ein aufmerksamer und scharfer . . .

Magdeburg: „Eugen Onegin“, Peter I. Tschaikowski

Wieder einmal – diesmal in Magdeburg – traf eine unverständliche, teilweise geradezu mysteriöse Inszenierung auf eine hervorragende musikalische Verwirklichung, die einen dann doch mit der Regie etwas versöhnte. Der neue Generalintendant des Hauses Julien Chavaz hatte sich in einer Kooperation mit der Opéra de Lorraine in Nancy Tschaikowskis beliebter „Lyrischen Szenen“ angenommen, . . .

Frankfurt, Konzert: „hr-Sinfonieorchester“ – Russischer Abend mit Mussorgski, Prokofjew und Rachmaninow

Modest Mussorgski, der eigenwillige Alkoholiker aus Karewo galt bei vielen seiner Kollegen als schwierig und unzumutbar. Kein Wunder also, dass seine spröden Werke in deren unvollkommener Urgestalt wenig Zuspruch widerfuhr. Nicht anders erging es seiner 1867 entstandenen Komposition „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“. Das wilde Hexentreiben in der Johannisnacht gab es in der Urfassung . . .