Cagliari: „Gloria“, Francesco Cilea (zweite Besprechung)

In seinem langen Leben hat Francesco Cilea (1866-1950) nur fünf Opern geschrieben und seine letzte, eben "Gloria", schon 1907. Einerseits ließen ihm seine Aufgaben als Leiter zuerst des Konservatoriums in Palermo, dann von jenem in Neapel, wenig Zeit zum Komponieren, andererseits lag ihm Instrumentalmusik vom Temperament her besser. Es war anstrengend für Cilea, ein geeignetes Sujet zu finden, . . .

Valencia: „Jenůfa“, Leoš Janáček

Ende Januar stand eine Serie der Oper „Jenufa“ von Leos Janáček auf dem Programm, in einer Produktion der Dutch National Opera Amsterdam. In der Inszenierung von Katie Mitchell mit dramaturgischer Unterstützung von Klaus Bertisch, und vor allem mit dem Bühnenbild von Lizzie Clachan beginnt es im 1. Akt gleich mit einer gehörigen Entfremdung von der typischen Mühlenästhetik, die so . . .

Düsseldorf: „La Sonnambula“, Vincenzo Bellini

In einem kleinen Dorf in den Schweizer Alpen steht die Hochzeit von Elvino und Amina an, zu der das gesamte Dorf eingeladen ist. Auch Lisa ist anwesend, allerdings verzweifelt und wütend, denn Elvino war einst ihr Freund. Das der Dorfmusikant Alessio in sie verliebt ist, interessiert Lisa nicht. Im Gegenteil, sie weist ihn stets brüsk zurück. Auch die Müllerin Teresa ist anwesend, hat sie . . .

Wien: „Belshazzar“, Georg Friedrich Händel (zweite Besprechung)

Der Stoff dieses Oratoriums in drei Teilen von Georg Friedrich Händel entnahm sein Librettist Charles Jennens (1700-73) dem alttestamentarischen Buch Daniel, welches die Ereignisse um das Sesachfest, das dem babylonischen Weingott gewidmet ist mit dem berühmt gewordenen Menetekel, schildert. Die Handlung spielt in Babylon, der Hauptstadt Assyriens um 538 v. Chr. Vor der Stadt lagern die Heere . . .

Wiesbaden: „Oryx and Crake“, Søren Nils Eichberg

Die Polkappen sind abgeschmolzen. Die Ozonschicht ist verschwunden. Die Menschheit wurde von einer Seuche dahingerafft, deren Erreger aber nicht zufällig entstanden, sondern von einem Gentechnik-Genie namens Crake ertüftelt und freigesetzt wurde, um den Planeten von seiner größten Gefahr zu befreien, dem Homo sapiens. Überlebt hat die Seuche nur Crakes alter Freund Jimmy, den Crake . . .

Wien: „Belshazzar“, Georg Friedrich Händel (Erste Besprechung)

Schon in der Werkeinführung hörte man zuerst von – Wasser. Dass es für die Milliarden Menschen auf dieser Erde nicht genug sauberes Trinkwasser gibt. Was sicherlich stimmt – aber was hat das mit dem Oratorium „Belshazzar“ von Georg Friedrich Händel aus dem Jahre 1745 zu tun? Nun, wenn man aus dem Babylonier-König Belshazzar statt eines Gotteslästerers einen verbrecherischen . . .