Reisebilanz IV: Tops und Flops der „Saison 2025/26“
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Nürnberg ist überall. Oder anders: „Nürnberg“ kann auch Ulm sein. – Richard Wagners Nürnberg: Es war nie eine reale, sondern stets eine mythische Stadt, eine Kunstprojektion, mit Hans Sachs zu sprechen: Ein Traumbild – gelegentlich auch ein Albtraumbild. Man hat‘s in den letzten Jahrzehnten gesehen, da nicht mehr das einst als „traut“ geltende Abbild eines fantastischen . . .
Dies ist Kay Metzgers dritte Meistersinger-Inszenierung, denn unter anderem schon 1994 gestaltete er als Co-Regisseur von August Everding dieses Werk am Meininger Theater mit. Lediglich dreimal wurden Die Meistersinger von Nürnberg bisher in Ulm aufgeführt – 1899, 1914 und zuletzt 1926. Die Ausstattung ist diesmal aber anders. Zusammen mit Petra Mollerus (Kostüme: Eva-Maria Weber) hat . . .
Die letzte Reisebilanz kommt im Norden nicht weiter als bis nach Kassel, im Süden dafür nach Venedig, im Osten sogar nach Tschechien, und berücksichtigt obendrein eine Fülle von kleinen Theatern, die in der zurückliegenden Saison Beachtliches geleistet haben. – . . .
Einen alles in allem lustigen „Freischütz“, kann’s den geben? Und einen „Freischütz“, in dem Ännchen zwar immer noch eine sog. Nebenrolle, aber doch eine sehr gewichtige Nebenrolle spielt? – Man kann ihn zurzeit im Ulmer Theater besichtigen. Am Ende also herrscht weder die affirmative Zustimmung zu einem Gnadenakt noch der Terror (nein, Max wird nicht erschossen). Am Ende . . .
Unter dem aus Brechts Mutter Courage entlehnten Motto Jedoch vielleicht geschehen noch Wunder steht die neue Saison am Theater Ulm. In der Spielzeit 2024/25 findet man folgende Neuproduktionen auf dem Spielplan: Den Beginn macht am 26. September 2024 Webers Freischütz in einer Inszenierung von Annette Wolf und unter der musikalischen Leitung von Panagiotis Papadopoulos. Es folgt am 31. Oktober . . .
Soll man es glauben, dass Wagners Parsifal bisher noch nie am Theater Ulm zu sehen war? Nun ja, das ist eine Tatsache. Nicht einmal Herbert von Karajan hat das Werk während seiner Ulmer Zeit auf den Spielplan gesetzt. Jetzt war Wagners Weltabschiedswerk zum ersten Mal in Ulm zu sehen. 142 Jahre nach der Bayreuther Uraufführung ist den Ulmern mit einer insgesamt phantastischen Neuproduktion ein . . .
Premiere: 11.06.2021, besuchte Vorstellung: 12.06.2021 – Großes Open-Air-Musical auf der Wilhelmsburg – Lange Zeit stand die Premiere des Musicals „Dracula“ von Frank Wildhorn auf der Wilhelmsburg in Ulm auf der Kippe. Allerdings fielen auch hier zuletzt die Corona-Inzidenzen deutlich, so dass die Premiere am 11. Juli 2021 planmäßig über die Bühne gehen konnte. Und gleich . . .
DE am 7.6.2018 – Was ein vergleichsweise kleines Stadttheater zu leisten vermag, zeigte das Theater Ulm in der vergangenen Woche. Nur einen Tag nach der letzten Aufführung von Richard Strauss „Elektra“, die in jeder Hinsicht vollkommen überzeugen konnte und sowohl gesanglich, musikalisch wie auch von der Inszenierung auf ganz hohem Niveau stattfand, folgte am 07.06.2018 die . . .
Besuchte Aufführung: 13. Juni 2017 – Triumphmarsch einmal ganz anders – Alle zwei Jahre zieht das Theater Ulm mit einer Musikproduktion auf die nahe Wilhelmsburg. Bisher waren das im wesentlichen Musicals. In diesem Jahr entschloss man sich, zum ersten Mal im weiten Innenhof der Burg eine Oper aufzuführen. Die Wilhelmsburg ist eine vom Deutschen Bund finanzierte Landesfestung und . . .
Besuchte Aufführung: 27.12.2015 , Premiere: 24.9.2015 – Rätselraten im totalitären Staat – Bereits die Uraufführung der „Turandot“ am 25.4.1926 ging als Torso über die Bühne der Mailänder Scala. Damals legte der Dirigent Arturo Toscanini nach Lius Tod unvermittelt den Taktstock nieder, wandte sich zum Publikum und sagte: „Hier endet das Werk des Meisters. Danach starb . . .
Premiere: 6.11.2014 – Hommage an die Fernseh-Operette der 1960er Jahre – Man muss es schon sagen: Lehars Erfolgsoperette „Die lustige Witwe“ hat derzeit wieder Hochkonjunktur. Es sind schon einige Theater, die das heitere Werk diese Saison wieder auf den Spielplan gesetzt haben. Der Grund dafür ist leicht ersichtlich. In unsere von Finanz- und Eurokrise erschütterte Zeit passt . . .
Premiere: 25. 9. 2014 – Der Tod gewährt Aufschub – Zu einem großen Erfolg für alle Beteiligten geriet die Neuproduktion von Verdis „La Traviata“, mit der am Theater Ulm die neue Spielzeit eröffnet wurde. Matthias Kaiser ist eine Inszenierung gelungen, die für jeden Geschmack etwas bereithält. Er siedelt das Geschehen zwar in einem eher neutralen Ambiente an, tendiert dabei . . .
Premiere am 08.05.2014 – Heiteres Wechselspiel statt Heldenepos – Händels Oper Xerxes aus seinem späten Londoner Opernschaffen kam dort nach der Uraufführung 1738 nur noch auf vier weitere Aufführungen und verschwand dann von der Bildfläche. Händel musste auf die Schnelle für das Theater am Haymarket ein älteres Stück zur Auffüllung der Spielzeit reaktivieren. Erst 1924 in . . .
Premiere: 7. 11. 2013 – Märchenhandlung und Sozialstudie – Rechtzeitig zur bevorstehenden Advents- und Weihnachtszeit präsentierte das Theater Ulm eine Neuinszenierung von Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ und konnte damit einen vollen Erfolg für sich verbuchen. Der herzliche Schlussapplaus des begeisterten Publikums, unter dem seltsamerweise keine Kinder zu . . .