Staatsoper Berlin: Tops und Flops – „Bilanz der Saison 2025/26“

Auch in diesem Jahr haben wir unsere Kritiker wieder gebeten, eine persönliche Bilanz zur zurückliegenden Saison zu ziehen. Wieder gilt: Ein „Opernhaus des Jahres“ können wir nicht küren. Unsere Kritiker kommen zwar viel herum. Aber den Anspruch, einen repräsentativen Überblick über die Musiktheater im deutschsprachigen Raum zu haben, wird keine Einzelperson erheben können. Die meisten unserer Kritiker haben regionale Schwerpunkte, innerhalb derer sie sich oft sämtliche Produktionen eines Opernhauses ansehen. Daher sind sie in der Lage, eine seriöse, aber natürlich höchst subjektive Saisonbilanz für eine Region oder ein bestimmtes Haus zu ziehen.

Nach dem Theater für Niedersachsen blicken wir heute auf die Staatsoper Berlin.


Mäße man den Erfolg der Staatsoper in der gerade zu Ende gegangenen Saison nur an dem ihrer Premieren, so käme ein eher trauriges Ergebnis zustande. Höhepunkte der Saison waren sicherlich die Ring-Aufführungen unter Christian Thielemann, Oper für alle (und ein Konzert) auf dem BebelPlatz neben der Lindenoper und die Wiederaufnahme von Strauss‘ Die schweigsame Frau mit ebenfalls dem Generalmusikdirektor am Dirigentenpult. Wegen der notwendigen Einsparungen hatte man auf eine Premiere mit Thielemann am Pult verzichtet, in der kommenden Saison allerdings leitet er Humperdincks Die Königskinder, in der vergangenen machte er die Wiederaufnahme von Bergs Wozzeck zu einem der Höhepunkte der Saison. Generell sind die Besetzungen der Staatsoper in den Repertoirevorstellungen hochpreisiger als die der Deutschen Oper, die auf ein eingespieltes Ensemble zurückgreifen kann. Für die Premieren aus den Jahren  2025/26 ergibt sich folgendes Bild:

Beste Produktion:
Das schlaue Füchslein

Größte Enttäuschung:
Pintscher: Das kalte Herz

Beste Regie:
Ted Hoffman für Das schlaue Füchslein

Bestes Dirigat:
Sir Simon Rattle für Das schlaue Füchslein,
Thomas Guggeis für Die Entführung aus dem Serail

Beste Chorleitung:
Dani Juris für Les Contes d‘Hoffmann

Beste Bühne:
Raimund Bauer für Die Entführung aus dem Serail

Beste Kostüme:
Astrid Klein für Das schlaue Füchslein

Beste Sängerin:
Anna Netrebko als Amelia in Un ballo in maschera

Bester Sänger:
Roberto Tagliavini als vierfacher Bösewicht in Les Contes d’Hoffmann


Die Bilanz zog Ingrid Wanja.