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CASCIANA

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Casciana_Terme

 

LA TRAVIATA

im Teatro Verdi

einzige Aufführung am 24.5.15

Die italienische Realität ist immer wieder unglaublich: In dem Land, in dem die Opernhäuser darniederliegen (außer der Scala arbeiten nur Venedig und Turin kostendeckend und mit interessanten Titeln und Besetzungen), findet sich immer wieder die Möglichkeit, mit lächerlich wenigem Geld, aber viel Enthusiasmus und der Unterstützung durch Freiwillige, Opern auf die Bühne zu bringen.

In Casciana Terme, einem in der Öffentlichkeit nicht sehr präsenten Kurort, steht ein 1912 errichtetes Jugendstil-Theater, das von der Gemeinde sorgfältig restauriert wurde und mit seinen 324 Plätzen auf Publikum wartete. Dem Bassisten Paolo Pecchioli gelang es 2012, den „Barbier von Sevilla“ herauszubringen, und der Erfolg war so groß, dass es heuer bereits eine kleine Stagione mit drei Titeln gab, bei vollem Haus und enthusiastischer Stimmung.

Diese „Traviata“ stand Produktionen an mittleren Häusern in keiner Weise nach. Das begann schon mit den Bühnenbildern von Emiliana Paoli, deren Besonderheit war, dass sie von Hand gemalte Wände zeigten (hier kommen auch wieder die freiwilligen Helfer ins Spiel), die dem jeweiligen Ambiente die richtige Atmosphäre verliehen. Die Szene bei Flora war genial gelöst, denn der Spieltisch wurde im Verlauf der Handlung schräg hinaufgezogen und zeigte einen Spiegel, wodurch die sehr genaue Personenführung von Regisseur Renato Bonajuto besonders zur Geltung kam. Auch andere Einfälle, wie die Rückkehr Alfredos am Ende des 1. Akts oder die saftige Ohrfeige von Germont Vater für den ungehörigen Sohn gefielen. Da das Haus für seine Dimensionen über eine relativ große Bühne verfügt (Breite 15,7 x Tiefe 9,5 und Höhe 10 Meter), konnte Bonajuto auch den von Maurizio Preziosi einstudierten Coro Schola Cantorum Labronica sehr bewegt führen. (Ein Chorist hatte seinen großen Moment, als er sich im Stil entfesselter Nachtclubbesucher das Hemd vom Leib riss und über seinem Kopf schwenkte).

Auch musikalisch stand alles zum Besten, da es Pecchioli gelungen war, für die Leitung der Vorstellung und zwei Protagonisten anerkannte Künstler (und für den dritten Hauptinterpreten einen absolut vielversprechenden Tenor) zu finden, die – wie alle anderen auch – aus Liebe zum Metier nur einen Spesenersatz verlangten. So dirigierte Matteo Beltrami Verdis Oper schön ausbalanciert zwischen den Klängen gieriger Lebenslust und den dramatisch-tragischen und dann verlöschenden Momenten. Eine Lesart, die vom Orchestra Festival Pucciniano mit großer Überzeugung mitgetragen wurde. Die Titelrolle wurde von Patrizia Cigna verkörpert, die normalerweise im leichten Koloraturfach unterwegs ist, aber in dem kleinen Haus zeigen konnte, was eine perfekt projizierte Stimme auch in lyrischen Gebieten zu leisten vermag. Soweit das Technische, aber besonders beeindruckte ihre Gestaltung, die den Lebenshunger der Violetta ebenso überzeugend interpretierte, wie ihre aufrichtige Liebe und schlussendliche Verzweiflung. Der letzte Akt wurde von ihr in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten auf Gäsehautniveau interpretiert. Als Vater Germont war Carmelo Caruso der nicht nur gesanglich elegante Interpret, der mit seinem langsamen Begreifen von Violettas Tragödie stark beeindruckte. Der junge Sizilianer Angelo Fiore ließ ein hochinteressantes Stimmmaterial hören, dem nicht nur brillante Spitzentöne, sondern auch immer wieder schöne Piani zur Verfügung standen. Arbeitet der junge Mann noch an seiner Expressivität, müsste ihm eine vielversprechende Karriere offenstehen. Unter den Nebenrollen, dem beweglichen Gaston von Giampaolo Franconi, der Annina von Maria Gaia Pellegrini, dem Grenvil von Massimiliano Galli, dem Douphol von Michele Pierleoni und dem Marquis von Romano Franci möchte ich zumindest die spritzige Flora von Mirella di Vita hervorheben.

Diese Aktion war neuerlich ein schlagender Beweis dafür, dass es für mitreißende Opernvorstellungen keineswegs Milliardenbudgets braucht.

Eva Pleus 28.5.15

Copyright Bilder: Teatro Verdi, Casciana Terme

 

 

 

 

 

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