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Ruhrfestspiele 2014

 

 

 

 

IOKASTE

Uraufführung: 8. Juni 2014

Ein Musikdrama ohne Dramatik

Neben Medea und Orpheus gehört der thebanische König Ödipus zu den beliebtesten Figuren der Operngeschichte. Im Rahmen der Ruhrfestspiele präsentiert Stefan Heuckes mit dem Musikdrama „Iokaste“, das im Theater der Stadt Marl uraufgeführt wurde, eine neue Oper zum bekannten Mythos. Der Bochumer Komponist lässt die Ödipus-Geschichte aus der Perspektive dessen Mutter und Ehefrau erzählen.

Bereits 2005 hatte der Regisseur und Autor Jörg Maria Welke seine „Iokaste“ als Monodrama mit der Schauspielerin Veronika Maruhn im Planetarium der Volkssternwarte Recklinghausen uraufgeführt. Komponist Stefan Heucke war von dieser Version des Mythos so angetan, dass er sie unbedingt vertonen wollte. Für die Oper hat Heucke die Figur der Iokaste jetzt in eine Schauspielerin und in eine Mezzosopranistin aufgeteilt. Eine neue, weibliche Sichtweise auf den Ödipus-Mythos erlebt man aber trotzdem nicht, wenn Schauspielerin Veronika Maruhn und Mezzosopranistin Birgit Remmert den gesamten Ödipus-Stoff nacherzählen und nachspielen. Allerdings nötigen die große Menge an Text und Musik, welche die Damen präsentieren, großen Respekt ab. Auch fehlt diesem Stück von seiner Konzeption her jeder dramatische Konflikt, da die Handlung nicht auf ein zentrales Thema fokussiert wird. Bei einer Aufführung von Sophokles „Ödipus“ oder den Vertonungen von Strawinsky, Rihm oder Orff fiebert man mit, selbst wenn man weiß, wie es ausgeht. Hier sorgt die distanzierte Herangehensweise von Welkes Libretto dafür, dass man als Zuschauer außen vor bleibt.

Für Birgit Remmert schreibt Heucke immer wieder sehr sangbare Melodien. Die Partitur, die in Marl von den Duisburger Philharmonikern höchst engagiert und klangvoll auf der Hinterbühne gespielt wird, schafft es aber nicht, mich mitzureißen. Die Klänge sind plastisch, prägnant und manchmal auch plakativ, orientieren sich traditioneller Harmonik: Heucke denkt aber immer nur kurze Segmente und schafft es kaum mal einen größeren musikalischen Bogen über eine ganze Szene auszubreiten.

Erst in der 17. Szene, in der Iokastes Selbstmord beschrieben wird, gelingt ihm dies im Duett aus gesprochenem und gesungenem Text, der von einem dichten und sich steigernden Orchestersatz getragen wird. Jetzt würde man natürlich denken, dass Iokastes Tod das perfekte Finale einer Oper mit dem Titel „Iokaste“ ist. Nicht so bei Heucke und Welke. Die schieben noch geschlagene sieben Szenen hinterher, in denen die toten Iokastes auch noch die Antigone-Geschichte erzählen.

Bei mir führte das dazu, dass ich mithilfe des Programmheftes, in dem immerhin der komplette Text abgedruckt ist, versuchte, eine Prognose zu errechnen, wann die Oper denn zu Ende sei. Im Vorfeld war eine Spieldauer von anderthalb Stunden angekündigt worden. Im Einführungsvortrag vor der Premiere war dann von zweieinhalb Stunden, in den auch eine Pause enthalten sein sollte, die Rede. In Wirklichkeit dauerte, der von mir als sehr zäh empfundene Abend, aber zwei Stunden und dreiundfünfzig Minuten!

Wer jetzt bei der Lektüre dieser Rezension abgeschreckt ist, dem sei gesagt: Das Marler Premierenpublikum war ganz aus dem Häuschen vor Begeisterung. Für Birgit Remmert, Veronika Maruhn, den Dirigenten Rüdiger Bohn und die Duisburger Philharmoniker gab es viele Bravo-Rufe, Regisseur und Texter Jörg Maria Welke sowie Komponist Stefan Heuke wurden sogar mit stehenden Ovationen gefeiert.

Wer sich ein eigenes Urteil bilden will: „Iokaste“ wird noch einmal am 10. Juni um 20 Uhr im Theater Marl aufgeführt. Am 15. März des nächsten Jahres gibt es auch eine Vorstellung im Theater Duisburg.

Rudolf Hermes 8.4.14

 

© Fotos (der Reihe nach)

Axel Scherer

Thomas Berns (Philharmoniker)

Ruhrfestspiele Recklinghausen/Krusebild

 

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