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OPERN-GALA

Besuchte Aufführung: 19.6.2016

Engagierte Laienchöre und gute Profi-Solisten

Das Münchner Musikleben ist sehr vielfältig. Neben den berühmten Opernhäusern wie dem Nationaltheater München, dem Staatstheater am Gärtnerplatz und dem Prinzregententheater sowie den drei Spitzenorchestern weist es auch überwiegend laienhafte musikalische Vereinigungen auf. Dazu gehören die Bürger-Sänger-Zunft München, die dieses Jahr das Fest ihrer Gründung zum 175. Mal begeht, und die Chorgemeinschaft Fürstenfeldbruck. Gemeinsam haben diese beiden Chorvereinigungen zusammen mit dem BSZ-Orchester und einigen beruflichen Gesangssolisten eine Opern-Gala auf die Beine gestellt, die heuer im Carl-Orff Saal des Münchner Gasteigs erstmals über die Bühne ging. Insgesamt standen an diesem Abend cirka 100 Chorsänger/innen auf der Bühne und gaben Darbietungen aus berühmten Opern zum Besten.

Julio Mirón, BSZ-Orchester, Bürger-Sänger-Zunft München, Chorgemeinschaft Fürstenfelbruck

Nun kann man von Laienchören sicher nicht das Niveau von ausgebildeten Profis verlangen. Mit dieser Erwartung ging man auch nicht in das Konzert. Einem Laiensänger, der Freude an der Oper hat, muss man auch zugestehen, dass er sich einmal in diesem Metier versucht und dabei alles in seinen Möglichkeiten liegende gibt. Und wenn es dann auch noch dem Publikum gefällt, ist es recht. An diesem Abend wurde jedenfalls seitens der beiden Chöre mit großer Hingabe und mit Herzblut gesungen. Das begann schon beim Jägerchor aus Webers „Freischütz“, der mit lustvoller Tongebung dargeboten wurde. Ebenfalls imposant entledigten sich die 100 Chorsänger ihrer Aufgabe bei dem Einzug der Gäste aus Wagners „Tannhäuser“. Bei dem aus Nicolais „Lustigen Weibern von Windsor“ stammenden Mondchor beschworen sie vokal eine romantische Atmosphäre herauf. Gefällig erklang der Glockenchor aus Leoncavallos „I Pagliacci“. Dynamisch etwas zurückgenommen wirkte der Verdis „ Il Trovatore“ entnommene Zigeunerchor. Voll in ihrem Element zeigten sich die Choristen/innen dann aber wieder beim Gefangenenchor aus Verdis „Nabucco“, der ihnen so trefflich gelang, dass er wiederholt wurde.

Hier MünchenGasteigOperngala01a – Sofia Kallio, Maria Rebekka Stöhr

Fast durchweg zufrieden sein konnte man mit den aufgebotenen Solisten. Hier ist in erster Linie die herrliche Sofia Kallio zu nennen, die über einen angenehm dunkel timbrierten, mezzohaften, emotional angehauchten und nuancenreichen, dabei bestens fokussierten und höhensicheren Sopran mit großer Differenzierungskunst und einer enormen Farbpalette verfügt, mit dem sie ihren Aufgaben voll und ganz gerecht wurde. So begeisterte sie mit Elisabeths Hallenarie aus Wagners „Tannhäuser“, die sie mit begeisterter Tongebung und sehr emphatisch vortrug. Die große Freude Elisabeths über Tannhäusers Rückkehr wurde offenkundig. Wunderbar warm, innig und gefühlvoll gab sie Mariettas hier vom Duett zum Lied gemachten „Glück, das mir verblieb“ aus „Die tote Stadt“ von Korngold wieder, wobei sie die Texte des Paul mit übernahm. Ihre bewundernswerten lyrischen Fähigkeiten - strömendes Legato und einfühlsame Linienführung - stellte sie im Blumenduett aus Debiles „Lakmè“ trefflich unter Beweis.

 

Franz Xaver Schlecht, Sofia Kallio

Bei diesem Stück war ihr Maria Rebekka Stöhr eine hervorragende Partnerin. Hier haben wir es mit einem voll und rund sowie recht tiefgründig klingenden Mezzosopran zu tun, der obendrein noch über eine große Ausdrucksskala verfügt. Auch ihr lyrisches Potential ist recht ausgeprägt. Einfühlsam ließ sie ihre Stimme auch als Laura aus Ponchiellis „La Gioconda“ dahinfließen. Mit der Habanera der Carmen aus Bizets gleichnamiger Oper verströmte sie hohe Sinnlichkeit. Einen guten Eindruck hinterließ auch Franz Xaver Schlecht, der ebenfalls über beträchtliche stimmliche Mittel verfügt. Prachtvoll ließ er seinen warmen, tadellos verankerten und volltönenden lyrischen Bariton beim Lied des Pierrot „Mein Sehnen, mein Wähnen“ aus Korngolds „Toter Stadt“ dahinströmen. Klangvoll und ausgelassen intonierend präsentierte er das Torero-Lied aus der „Carmen“ von Bizet. Beim Duett von Nadir und Zurga „Au fond du temple saint“ aus Bizets „Perlenfischer“ zeigte er sich seinem Tenorpartner Manolito Mario Franz überlegen deutlich überlegen. Dieser Sänger klingt noch am besten im lyrischen Fach, wo er auch mal leise und gefühlvoll singen kann, wie beispielsweise bei dem ebengenannten Duett aus den „Perlenfischern“ oder als Enzo in dem Duett mit Laura aus „La Gioconda“ von Ponchielli. Sobald er aber das dramatische Fach bedient und versucht, auf Heldentenor zu machen, wie es bei Max’ Arie „Durch die Wälder, durch die Auen“ aus Webers „Freischütz“ der Fall war, geht das auf Kosten des schönen Klangs. Insgesamt sang er sehr maskig und im Gegensatz zu seinen drei Kollegen/innen überhaupt nicht im Körper und ohne jegliche sinnliche Rundung seines Tenors.

Franz Xaver Schlecht, Sofia Kallio, Manolito Mario Franz, Rebekka Stöhr

Begleitet wurden die Sänger/innen vom BSZ-Orchester unter der musikalischen Leitung von Julio Mirón, der auch die Chöre einstudiert hatte. Hier war ebenfalls zu konstatieren, dass es sich nicht um ein Profi-Orchester handelte. Es wurde aber durchweg lustvoll und sehr engagiert musiziert. Den Sängern war der Dirigent ein umsichtiger Begleiter. Er und das Orchester warteten aber auch mit Solo-Stücken auf. So bereits ganz zu Beginn, als sie das Vorspiel aus dem „Freischütz“ von Weber differenziert und mit feinen dynamischen Wechseln zu Gehör brachten. Recht einfühlsam und mit schönen Soli gelang ihnen die Einleitung zum vierten Akt (Aragonaise) aus Bizets „Carmen“. Das Vorspiel zum Einzug der Gäste aus Wagners „Tannhäuser“ zeichnete sich durch einen weichen, kammermusikalischen Duktus aus. Das Publikum quittierte das Dargebotene zum Schluss mit aufrichtigem, herzlichem Applaus.

Fazit: Ein Konzert, das trefflich unter Beweis stellte, zu welchen Leistungen auch Laienchorsänger fähig sind, und bei dem die meisten Profi-Solisten/innen ebenfalls nachhaltig begeistern konnten. Am kommenden Sonntag, dem 26.6.2016, wird das Konzert in Fürstenfeldbruck wiederholt. Sein Besuch ist durchaus zu empfehlen

Ludwig Steinbach, 20.6.2016

Die Bilder stammen von Volker Jäger

 

 

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