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FURBERIA E PUNTIGLIO (Marcello Bernardini) 

LA TESTA RISCALDATA (Ferdinando Paër)

Premiere am 18.07.2015

Weibliche List im Doppelpack

 

Lieber Opernfreund-Freund,

ein Besuch von Neuburg an der Donau lohnt nicht nur wegen des Pfalz-Neuburger Residenzschlosses, einer beeindruckenden Anlage der Frührenaissance, sondern seit mehr als 45 Jahren auch alljährlich im Juli, wenn die Neuburger Kammeroper um Horst Vladar für ein paar wenige Vorstellungen unbekannte Werke ausgräbt und auf die Bühne des dortigen Theaters bringt, bei denen sogar oft die Namen der Komponisten selbst versierten Genrekennern gänzlich unbekannt sind. In diesem Jahr kamen am vergangenen Samstag gleich zwei Werke im Rahmen eines Doppelabends zur Aufführung: „Schlaukopf und Dickschädel“ (im Original „Furberia e puntiglio“), eines gewissen Marcello Bernardini aus dem süditalienischen Capua und „Der Hitzkopf“ („La testa riscaldata“) von Ferdinando Paër, der 1771 In Parma geboren wurde, dort Hofkapellmeister war, ehe er nach Stationen in Wien, Dresden und Warschau Nachfolger Spontinis als kaiserlicher Hofkapellmeister in Paris wurde, wo er 1839 starb. Beide Werke wurden in Venedig uraufgeführt (1798 bzw. 1799) und sind musikalische Komödien, bei denen die Töchter des Hauses durch List und Wagemut erreichen, dass sie ihre vom Vater als nicht standesgemäß angesehenen Liebsten heiraten können. Beiden Werken ist auch der Librettist gemein, Giuseppe Maria Foppa, der über 80 Opernlibretti schrieb, von denen „L’inganno felice“ und „La scala die seta“ für Gioachino Rossini die bekanntesten sein dürften.

Bernardinis Werk bleibt musikalisch eher belanglos, eine Arie klingt wie die andere, keine einzige Melodie bleibt im Kopf. Das ist alles sehr gefällig, hinterlässt aber keinen nachhaltigen Eindruck. Dafür zeigen die Story und deren gelungene Umsetzung von Michael Hoffmann im liebevoll gezeichneten Bühnenbild von Michele Lorenzini hinreißende Ironie und sprühenden Witz. Bei Paër hingegen verhält es sich umgekehrt. Die Geschichte mag nicht richtig in Gang kommen, plätschert dahin. Da hilft auch Horst Vladars abwechslungsreiche Personenführung nichts. Dafür ertönen wunderbare Melodien, die durchaus hohe Ansprüche an die Künstler stellen, die diese aber vorzüglich meistern.

Allen voran sind da Yvonne Steiner und Stephan Hönig zu nennen. Die junge Münchenerin gibt „Isabella“ bei Bernardini und „Ambrosina“ bei Paër, verfügt für eine Koloratursängerin über beachtenswert viel Volumen in ihrem klaren Sopran und meistert die atemberaubenden Melodienbögen, die vor allem das zweite Werk bestimmen, ohne erkennbare Anstrengung. Stephan Hönig singt u.a. im Opernchor Chemnitz und bereichert mit seinem ausdrucksstarken Bariton das Ensemble, verkörpert den Vater Giuglielmo im ersten Teil und die leider kleine Rolle des Dieners Verzotto im zweiten Teil. Seine darstellerische Intensität ist am Premierenabend unerreicht und hinterlässt ebenso bleibenden Eindruck wie seine beeindruckenden Parlandi. Der Augsburger Manuel Ried ist darstellerisch ein echter Charmebolzen, sein schlanker, weicher Tenor erklimmt höchste Höhen. Die Mezzosopranistin Elžběta Laabs ist als „Eugenia“ und „Felicita“ zu sehen und hat eine klangschöne Stimme sowie ein ausgezeichnetes Timing für die komischen Momente in den Werken. Wunderbar! Joachim Herrmann verfügt nicht über die größte Stimme, begeistert aber aufgrund seines komödiantischen Talents vor allem als Diener Simoncino. Sein Gemüsehändler bei Paër bleibt dagegen zeitweise etwas blass. Michael Hoffmann führt bei „Schlaukopf und Dickschädel“ Regie und zeigt sich beim „Hitzkopf“ in der Rolle des „Canziano“ als echte Rampensau mit enormer Bühnenpräsenz. Hauschef Horst Vladar, Regisseur beim „Hitzkopf“, ergänzt im ersten Teil des Abends in der kleinen aber feinen Rolle des „Bainer“ das Ensemble vorzüglich.

Alois Rottenaicher leitet das Orchester aus Mitgliedern des Akademischen Orchesterverbandes München und legt den Witz der Geschichten schon in der Partitur frei. Das Publikum im gut besuchten Biedermeier-Theater applaudiert begeistert. Hervorzuheben ist zudem noch die Leistung von Annette Vladar, die zusammen mit ihrem Mann für die einfühlsamen und gelungenen Übersetzungen der italienischen Originaltexte verantwortlich zeichnet.

Großes Lob also für alle Mitwirkenden, die uns an diesem heißen Sommerabend musikalisch erfrischende Stunden mit diesen beiden Raritäten beschert haben – und mir persönlich einen kurzweiligen Spielzeitabschluss 2014/15.

Ich verabschiede mich also in die Sommerpause.

Ihr
Jochen Rüth aus Köln 20.07.2015

 

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