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Cavalleria Rusticana / Der Bajazzo

Premiere 9. Juli, gesehene Aufführung 27. Juli 2016

Sommertheater auf höchstem Niveau

Hut ab vor Intendant Michael Garschall: Fast 20 Jahre leitet er bereits die Sommeraufführungen im Kaiserhof des Stiftes Klosterneuburg bei Wien. Welches (hohe) Niveau er dabei erreicht hat, konnte man 2016 eindrucksvoll miterleben. Und zwar in den beiden Verismo-Einaktern Cavalleria Rusticana (Pietro Mascagni) und Bajazzo (Ruggero Leoncavallo). Allein die Besetzung nötigt Respekt ab: Sebastian Holecek, Stefania Toczyska, Stella Grigorian und Zurab Zurabishvili sind heute Namen, die sich in einem Programmheft immer gut lesen. Dazu Newcomer wie der portugiesische Tenor Bruno Ribeiro oder die Russin Eugenia Dushina, das ergab am Ende eine so feine musikalische Interpretation der beiden Werke, dass man gar nicht das Gefühl hatte, das Ausflugs-Event oder das Sommer-Feeling stehen im Mittelpunkt. Wenn dann trotzdem noch ein lauer Sommerabend dazu kommt, der das Architektur-Ambiente auch noch ins rechte Licht rückt und der Regen haargenau erst beim Verlassen der Tribüne einsetzt, dann kann man von einem sehr gelungenen Opernabend sprechen.

Beginnen wir chronologisch: Walter Vogelweider hatte ein höchst effizientes Einheits-Bühnenbild aufgebaut, Andrea Hölzl kleidete Volk und Protagonisten in zeitlose Kostüme, die nötigen Farbkleckse boten die Mitglieder der Gauklertruppe im Bajazzo. Stella Grigorian, die ja zwischen 1996 und 2006 in nicht weniger als 40 Produktionen der Wiener Staatsoper mitwirkte, überzeugte auch zehn Jahre später als liebende und im Stich gelassene Santuzza. Als ihr Lover Turiddu hörte man den höhensicheren Tenor Bruno Ribeiro, der bei einer konsequenten Weiterentwicklung seines tollen Materials wohl auch seinen Weg machen wird. Eine Luxusbesetzung als Canio war natürlich Sebastian Holecek, der am Sprung zur ganz großen Karriere steht und mit seinem gewaltigem Volumen auftrumpfte. Die akustischen Verhältnisse des Klosterneuburger Innenhofes kommen hier natürlich den Sängern sehr entgegen. Altistin Stefania Toczyska kennt man als Staatsopernbesucher auch bestens, in den 1980iger Jahren war sie am Ring u.a. als Amneris, Carmen, Ulrica und Eboli zu hören. Allerdings hätte man aus ihrer Rolle der Mutter Lucia darstellerisch mehr herausholen können. Wie das funktioniert bewies Anna Marshaniya als Lola, die junge Georgierin wird im nächsten Jahr im Jungen Ensemble des Theaters an der Wien tätig sein. Sehr spielfreudig und durch eine abwechslungsreiche Choreografie (Monica Rusu-Radmann) unterstützt sowie perfekt von Holger Kristen einstudiert bewegten sich und sangen Chor und Kinderchor.

Dass es gerade bei solchen Sommeropern keiner szenischen Experimente bedarf, das wusste auch Regisseurin Isabella Gregor, deren Personenführung in beiden Werken schlichtweg als beispielgebend bezeichnet werden kann. Ein paar kleine Timing-Probleme waren der Größe der Bühne geschuldet, aber jeder im ausverkauftem Auditorium verstand die Handlung, die unaufdringlichen Übertexte (für die typischen Sommertheaterbesucher) taten das übrige.

Clemens Unterreiner durfte nach der Pause als Tonio endlich einmal zeigen, was alles in ihm steckt: Nach seinem überzeugenden Prolog wurde er schauspielerisch in die richtigen Bahnen gelenkt und zeichnete - gänzlich ohne Outrage - einen bösen Gaukler, über dessen körperliche Wendigkeit man beim Radschlagen staunen konnte. Stimmlich bleibt an ihm ohnedies nichts auszusetzen. An Eugenia Dushinas Timbre musste man sich allerdings erst ein wenig gewöhnen, aber mit Fortdauer der Handlung hatte man immer mehr das Gefühl, sie interpretiert nicht ihre Rollen, sondern sie ist einfach Nedda! Ja, und einen Zurab Zurabishvili als Canio aufbieten zu können, ist natürlich ein besonderer Glücksfall. Seine Qualitäten sind aus seiner Zeit in Essen besonders in Deutschland bekannt. Sehr ordentlich und stimmlich ebenso präsent wie die großen Namen schlugen sich Klemens Sander als Silvio und Maximilian Mayer als Beppo.

War in den vergangenen Jahren die Sinfonietta Baden manchmal doch die kleine Schwachstelle so mancher Aufführung, so konnte man diesmal nur staunen. Klosterneuburgs musikalischer Leiter Christoph Campestrini holte alles aus den jungen Damen und Herren heraus und differenzierte Dynamik und Tempo – manchmal sogar etwas übertreibend. Dennoch Chapeau dem Orchester und der Rezensent freut sich schon aufs nächste Jahr. Da gibt es einen eher unbekannten lustigen Rossini: Le Comte Ory in der Inszenierung von Maria Happel. Heuer gab es Riesenjubel für das gesamt Team!

Ernst Kopica 29.7.16

Fotos: copyright Lukas Beck

 

 

 

 

 

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