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Freilichtspiele Tecklenburg - Musiktheater auf der Burg

http://www.buehne-tecklenburg.de/

 

 

ARTUS – EXCALIBUR

Besuchte Aufführung: 16.07.2016

(Premiere: 18.06.2016)

Nachdem sich die Freilichtspiele in den vergangenen Jahren einen hervorragenden Ruf im Bereich großartiger Musicalproduktionen erarbeitet haben und die Stadt Tecklenburg sich seit kurzem auch als einzige offizielle „Festspielstadt“ in Nordrhein-Westfalen präsentieren darf, stand in diesem Jahre als erste große Produktion die Deutschlandpremiere von „ARTUS – Excalibur“ mit der Musik von Frank Wildhorn auf dem Spielplan. Der Mythos um König Artus, die Burg Camelot, das Schwert Excalibur, die Ritter der Tafelrunde oder die Suche nach dem heiligen Gral diente nicht nur als Grundlage in unzähligen Verfilmungen, auch das Musiktheater nahm immer wieder Bezug auf diese Geschichten. Mal etwas ausführlicher wie in Henry Purcells Oper „King Arthur“ oder den beiden Musicals „Camelot“ von Frederick Loewe und Alan Jay Lerner sowie „Spamalot“ der Monthy-Phyton-Gruppe, mal aber auch nur mit Bezug auf einzelne Personen wie zum Beispiel in Richard Wagners „Tristan und Isolde“. Auf Grund der recht bekannten Geschichte, sollen hier auch keine großen Worte zum Inhalt verloren werden, natürlich zieht Artus das Schwert aus dem Stein, natürlich spielt Merlin der Zauberer eine große Rolle und natürlich fehlt auch der Konflikt mit Artus von Hass erfüllter Halbschwester Morgana nicht. All dies verpackt Regisseur Ulrich Wiggers in eine schlüssige und rundum gelungene historisch angelegte Inszenierung um Liebe, Macht, Eifersucht, Hass, Verrat und schlussendlich um die Krone Englands.

Die musikalische Leitung liegt bei dieser Produktion erneut bei Tjaard Kirsch, einem alten Bekannten in Tecklenburg, der das über zwanzigköpfige Orchester bei der besuchten Vorstellung präzise durch den Abend leitete. Da leider im Bereich der Orchestergröße abseits der großen Opernhäuser in letzter Zeit oftmals deutliche Einschnitte vorgenommen wurden, soll an dieser Stelle das Tecklenburger Orchester noch einmal besonders positiv herausgehoben werden. Positiv herausheben sollte man auch die gelungenen Kampfszenen für die sich Klaus Figge verantwortlich zeichnet. Die Choreografie liegt in den Händen von Kati Heidebrecht, ein Unterfangen was auf der wunderbaren aber durchaus auch großen Naturbühne in der Burgruine von Tecklenburg nicht immer einfach ist. In diesem Fall wurde es aber mit Bravour gemeistert. Ein Highlight hierbei sicherlich die große Hochzeitsfeier von Artus und seiner Gemahlin Guinevere, bei der sich die Bühne in einen tanzenden Festsaal verwandelt. Ansonsten überwiegt im Bühnenbild von Susanna Buller die Burgruinie Camelot, die gut mit den vorhanden Bauten auf der Bühne harmoniert. Die teilweise sehr prachtvollen historischen Kostüme stammen von Karin Alberti, bereits seit 1996 leitende Kostümbildnerin für alle Produktionen in Tecklenburg.

Bei der Besetzung greift man Tecklenburg auch in diesem Jahr wieder auf das „Who is Who“ der deutschen Musicalszene zurück, dies aber wie bereits in den Vorjahren immer mit passenden Rollenbesetzungen. So übernimmt Armin Kahl nach seinem Auftritt als Zorro im Vorjahr auch in diesem Jahr die titelgebende Rolle des Artus. Dessen zwischenzeitlich aufkochenden Hassgefühle vermag er sowohl musikalisch wie auch schauspielerisch gekonnt umzusetzen. Auch das Hereinwachsen vom kleinen Mann in die Rolle des Königs und die hierdurch auftretenden Zweifel werden stimmlich gut interpretiert. Die Rolle seiner Geliebten und späteren Ehefrau Guinevere übernimmt Milica Jovanovic, die mit ihrer klaren Stimme den Zuschauer verzaubert.  Stichwort „verzaubern“, als Zauberer Merlin versprüht auch Kevin Tarte auf der Freilichtbühne eine enorme Bühnenpräsenz. Für die erkrankte Roberta Valentini übernahm in der besuchten Vorstellung Sabrina Weckerlin die Rolle der Morgana, eine Rolle die sie bereits bei der Welturaufführung des Musicals in St. Gallen im Jahr 2014 eindrucksvoll prägte. Dominik Hees als Ritter Lancelot überzeugt sowohl in den etwas rockigen Liedern wie „Die ruhmreiche Schlacht“ wie auch in den gefühlvollen Passagen wie zum Beispiel bei „Nur Sie allein“. Als hinterhältiger Bösewicht kann Christian Schöne als Loth von Orkney wiedermal zeigen, dass es in diesem Bereich kaum eine passendere Besetzung gibt. Auch der große Chor der Festspiele kommt bei diesem Musical wiederholt zum Einsatz und sorgt für echte Gänsehautmomente. Gleich zu Beginn ist das „Feld der Ehre“ eines der eindrucksvollsten Intros eines Musicals überhaupt und vielleicht kann man sogar sagen, dass Frank Wildhorn mit „ARTUS – Excalibur“ eines seiner besten Werke überhaupt komponiert hat. Ein in sich rundes und stimmiges Stück, bei dem die gewohnt rockigen Nummern genauso wenig fehlen wie die großen Wildhorn-Balladen. Diese sind aber nicht wie bei einer Nummernrevue einfach aneinander gereiht sondern ergeben mit allen anderen Stücken ein harmonisches Gesamtbild. In einem Interview zur Welturaufführung vor gut zwei Jahren, erwähnte Frank Wildhorn einmal, dass er die Musik zu den Kampfszenen komponiert hat, indem er sich große Hollywoodfilme mit historischen Schlachten ansah, den Ton hierbei abdrehte und sich parallel am Klavier eine eigene Begleitung schrieb. Das Ergebnis kann sich sehen und vor allem hören lassen.

Zu sehen ist „ARTUS – Excalibur“ noch bis zum 28. August 2016, als zweite Musicalproduktion feiert in dieser Spielzeit „Saturday Night Fever“ seine Premiere am 22. Juli 2016, ein Stück das erstmals in Deutschland als große Openair-Inszenierung zu sehen ist. Wichtig aber, ein Sitzkissen bei einem geplanten Besuch nicht vergessen.

Markus Lamers, 17.07.2016

Fotos: Freilichtspiele Tecklenburg 

  

CATS

Premiere am 18.07.2015

Katzen so quicklebendig wie selten

Der „Urknall“ der Musical-Begeisterung in Deutschland war „Cats“ sicher nicht - aber Andrew Lloyd Webbers Geniestreich war wohl das erste Musical, das in derartiger Perfektion generalstabsmäßig und multimedial weltweit vermarktet wurde. Immerhin war „Cats“ Wegbereiter eines ganzen Industriezweiges. Nun eroberten die Katzen 34 Jahre nach ihrer „Geburt“ in London erstmalig die Bühne der Freilichtspiele Tecklenburg. Und um es gleich vorwegzunehmen: So quicklebendig waren die Katzen selten zu erleben. Und das ist einem phänomenal einstudierten Ensemble (dem zahlreich größten, das in Tecklenburg jemals zu erleben war), der pfiffigen Regie von Andreas Gergen und vor allem der phantasievollen Choreographie von Kim Duddy zu danken. Die musikalische Leitung lag einmal mehr in den bewährten Händen von Tjaard Kirsch.

Tecklenburg ging etwas andere Wege als die hinlänglich bekannte Originalproduktion. Schauplatz ist hier nicht mehr ein Schrottplatz, sondern ein verlassener Zirkus. Bunte Lampions und rote, etwas angestaubte Samtstoffe in der ehemaligen Loge zeugen von vergangenem Glanz. Susanna Buller hat das Bühnenbild sehr stimmig entworfen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Tecklenburger Freilichtspiele trotz der technisch beschränkten Möglichkeiten auf der Burgruine es schaffen, einen individuellen und attraktiven Spielraum einzurichten.

„Cats“ hat ja keine eigentliche, fortlaufende Handlung, sondern stellt nur die verschiedenen Katzen-Charaktere vor. Das ist hier sehr prägnant gelungen. Zum einen hat Regisseur Gergen hier sehr sorgfältig gearbeitet und die diversen Schicksale feinsinnig und humorvoll, anrührend und burlesk gezeichnet. Zum anderen hat Karin Alberti einfach tolle Kostüme entworfen, die in ihrer phantasievollen Farbenpracht und Individualität eine Klasse für sich waren.

Eine der anrührendsten Szenen war die des gealterten Theaterkaters Gus, der mit zittriger Stimme an seine früheren Erfolge als Schauspieler zurückdenkt. Yngve Gasoy-Rømdal machte das ausgezeichnet. Für die Piratenszene hatte sich Regisseur Gergen tolle Schattenspiele ausgedacht. Anna Carina Buchegger und Nils Haberstroh sorgten als chaotisches Pärchen Rumpleteazer und Mungojerry für buffoneske Glanzlichter. Ihr revueartig servierter Ohrwurm machte beste Laune. Reinhard Brussmann als Old Deuteronomy profitierte von seiner langjährigen Erfahrung in dieser Rolle. Shane Dickson als „Sexprotz“ Rum Tum Tugger gab (mit leuchtend rotem Slip) eine veritable Parodie eines Pop-Idols. Beim Auftritt des gefährlichen Macavity (Zoltan Fékete), der als „Pate“ der Katzenmafia Angst und Schrecken verbreitete, wurde die Bühne effektvoll eingedunkelt. Die tänzerische  und artistische Präsenz von David Pereira als charismatischem Zauberer Mr. Mistoffelees übertraf beinahe alles - ein Meisterstück!

Die zentrale Figur aber ist Grizabella, die einst gefeierte, inzwischen aber reichlich abgetakelte Künstlerin, die vor allem von ihren Erinnerungen lebt. Angelika Milster hat mit dieser Rolle damals ihre Weltkarriere gestartet. Maya Hakvoort gab der Partie eigene Prägung, sang das musikalische Herzstück „Erinnerung“ (nach einem einleitenden, fast poetischen Pas de deux) mit ausdrucksvollem, dunklem Brustregister.

Getragen wird „Cats“ natürlich besonders von den tänzerischen Leistungen. Bewundernswert, was Kim Duddy da vollbracht hat. Furiose Ensemble-Szenen wechselten mit geradezu akrobatischen Soli. Bei der Eisenbahnsequenz wuselten die zahlreichen Tänzerinnen und Tänzer über die Bühne und umrundeten einmal den gesamten Zuschauerraum. Eine Szene, die pure Lebensfreude vermittelte. Es war eine Premiere, die begeistert aufgenommen wurde und für die Freilichtspiele neue Maßstäbe setzte.

Seit einigen Monaten trägt Tecklenburg als erste und einzige Stadt in Nordrhein-Westfalen den offiziellen Titel „Die Festspielstadt“. Und das ist mehr als berechtigt.

Wolfgang Denker, 19..07.2015

Fotos von Ulrich Niedenzu, Stefan Grothus, Heiner Schäffer, Holger Bulk / Freilichtspiele Tecklenburg

 

SUNSET BOULEVARD

Premiere am 25.07.2014

Realitätsverlust einer alternden Diva

Wenn eine Sache abgeschlossen ist, sagt man oft „Klappe zu, Affe tot”. In der Karriere des einst großen Stummfilmstars Norma Desmond ist die letzte Klappe schon vor langer Zeit gefallen. Nur sie selbst will es nicht wahrhaben, auch wenn sie gerade ihren kleinen Hausschimpansen tränenreich begräbt. Andrew Lloyd Webbers Musical „Sunset Boulevard“ (nach dem berühmten Film mit Gloria Swanson) führt in das Hollywood der fünfziger Jahre, wo junge Talente auf Arbeits- und Glückssuche sind. Darunter befindet sich auch der total abgebrannte Drehbuchschreiber Joe Gillis, der auf der Flucht vor seinen Gläubigern in der Villa von Norma Desmond landet. Die alternde Diva zwingt ihn geradezu, ihren (grottenschlechten) Drehbuchentwurf zu einem „Salome“-Film zu überarbeiten und vereinnahmt ihn dabei immer mehr. Als sich Joe schließlich zugunsten seiner jungen Kollegin Betty aus Normas Fängen lösen will und ihr die ungeschminkte Wahrheit über ihr niemals stattfindendes Comeback ins Gesicht schleudert, wird er von ihr erschossen. In dem Musical erzählt Joe die Ereignisse im Rückblick als „Toter“. 

„Sunset Boulevard“ steht etwas im Schatten anderer Werke von Lloyd Webber, nicht zuletzt weil musikalisch wirklich zündende Songs eher sparsam eingestreut sind und die Eingangszenen mit dem retrospektiven Sprechgesang viel zu lang sind. Gleichwohl bietet es eine Story, die stimmig und berührend ist. Aber das Werk steht und fällt eben doch mit der Besetzung der Norma Desmond. Den Tecklenburger Freilichtspielen, die in diesem Jahr ihr 90jähriges Bestehen feiern können, ist da mit Maya Hakvoort ein fulminanter Glücksgriff gelungen. Sie beherrscht mit autoritärer Ausstrahlung jederzeit die Szene, ihre dunkel eingefärbte Stimme wird mit glutvoller Expressivität und sattem Volumen geführt. Die Arie „Nur ein Blick“ ist eine bejubelte Offenbarung. Und wenn sie mit „Träume aus Licht“ ihre glorreiche Vergangenheit beschwört, schleichen sich schon Anzeichen eines Realitätsverlusts ein. Den fortschreitenden Wahn der alternden Diva führt sie äußerst überzeugend vor. Und wenn sie sich nach dem Mord in ihr Salome-Kostüm stürzt und sich inmitten von Filmaufnahmen wähnt, kann die Szene schon wohlige Gruselschauer erzeugen. 

Neben Hakvoort haben es die anderen Sänger nicht leicht. Julian Looman singt und spielt den Joe mit burschikoser Leichtigkeit, mit wohldosierter Mischung aus Gefühl und Zynismus. Normas treu ergebener Diener Max (der sich als ihr erster Ehemann und Regisseur Max von Mayerling entpuppt) wird von Reinhard Brussmann persönlichkeitsstark und mit etwas steifem Bass gestaltet. Als Betty macht Elisabeth Hübert trotz etwas leichtgewichtiger Stimme eine sympathische Figur. Für schwungvollen musikalischen Fluss sorgt Tjaard Kirsch in bewährter Weise am Pult des Orchesters. 

Die Inszenierung von Andreas Gergen, dem Operndirektor am Landestheater Salzburg, schöpft die Möglichkeiten der Tecklenburger Bühne optimal aus. Bühnenbildnerin Susanna Buller hat die dunkle Front von Nora Desmonds Villa mit einer großen Freitreppe ausgestattet, die vom Glanz vergangener Zeiten zeugt. Im Kontrast dazu steht am Rand die bunte Kantine der Filmcrew. Für eine bewegte Choreografie zeichnet Danny Costello verantwortlich. Gergen sorgte in seiner Regie für sinnvolle Aktionen und spektakuläre Effekte - etwa wenn ein prachtvoller Oldtimer auf die Bühne rollt, plötzlich ein Silvesterfeuerwerk entzündet wird oder wenn nach Normas Selbstmordversuch das Blut sich „dekorativ“ auf einer weißen Tischdecke ausbreitet. 

Das hübsche Duett „Ein gutes Jahr“ wird bei ihm zu einem gespenstischen Tango. Und immer wieder geistert eine Komparsin schicksalsdräuend im Salome-Kostüm mit dem abgeschlagenen Haupt des Jochanaan durch die Szene. Ironische Tupfer wie die Neueinkleidung von Joe oder die Fitness-Torturen von Norma werden gekonnt gesetzt. Aber vor allem ist ihm eine feinsinnige Personenführung gelungen, die den Absturz von Norma Desmond beklemmend nachvollziehbar macht. Tecklenburg hat sich einmal mehr als führende Freilichtbühne in Sachen Musical bewiesen. 

Wolfgang Denker, 27.07.2014                           Fotos: Freilichtspiele Tecklenburg

 

 

 

Frank Wildhorn

DER GRAF VON MONTECRISTO 

Premiere: 26.7.2013    in dt. Sprache

Klassisches Abenteuer mit furiosen Fechtszenen

Die Anfänge der Freilichtspiele Tecklenburg gehen auf das Jahr 1911 zurück, regelmäßige Aufführungen gibt es seit 1924. In den ersten Jahrzehnten wurden vor allem Schauspiele und Operetten aufgeführt. Mitte der 90er Jahre erfolgte ein programmatischer Wechsel zum Schwerpunkt Musical. Das hat sich bewährt. Längst haben sich die Freilichtspiele Tecklenburg (übrigens die größte Freilichtbühne in Deutschland) zu einer allerersten Adresse in Sachen Musical gemausert. Das bewiesen sie in den letzten Jahren mit hochrangigen Produktionen und guten Besetzungen. Die Musical-Elite Deutschlands gibt sich hier inzwischen regelmäßig die Ehre. Spektakuläre Aufführungen von z.B. „Les Miserables“, „Crazy For You“, „West Side Story“ oder „Jesus Christ Superstar“ bestätigten den guten Ruf. Und das Ambiente - das reizvolle Tecklenburg mit seinen Gassen und Fachwerkhäusern sowie die stimmungsvolle Burgruine als Spielort – ist einfach zauberhaft.

An der Qualität der Musical-Aufführungen gibt es nichts zu bemängeln. Das gilt auch für die diesjährige Produktion Der Graf von Monte Christo (nach Alexandre Dumas) aus der Feder von Frank Wildhorn..

Aber Wildhorn ist kein Frederick Loewe, Leonard Bernstein oder Cole Porter, nicht einmal ein Lloyd Webber. Die musikalische Decke dieses Musicals ist vergleichsweise dünn, denn der Duktus der vielen Balladen ist immer ähnlich. Gleichwohl gibt es eine paar eindringliche Duette, einen hübschen Walzer und in den dramatischen Szenen durchaus Spannung.  

Das ist auch ein Verdienst von Regisseur Marc Clear, der die Geschichte des unschuldig verurteilten Edmond Dantès, seine Flucht und seine rächende Wiederkehr als Graf von Monte Christo temporeich inszeniert hat, wobei die Mischung aus Humor und Pathos gut ausgewogen war. Die Führung der Solisten und auch besonders die des Chors ist vorzüglich gelungen; die breite Bühne und die Galerie im Hintergrund wurden optimal genutzt. Und die Kampf- und Fechtszenen wurden von Doris Marlis furios choreographiert. Auch die Kostüme von Karin Alberti und die Bühnenausstattung von Susanna Buller waren stimmig und boten viel fürs Auge. 

Clear führte nicht nur Regie, er sang und spielte auch die Titelpartie mit ausdrucksvoller Stimme und viel Persönlichkeit. Als seine Geliebte Mercédès konnte Anna Theorén auf gleicher Höhe mit kraftvollem, energiegeladenem Gesang mithalten. Die Duette „Niemals allein“ und „Jeder Tag ein kleiner Tod“ waren sehr überzeugend. Das Schurkentrio war mit Carsten Lepper, Frank Winkels und Reinhard Brussmann „finster“ besetzt, wobei Letzterer für seine zusätzliche Rolle als Mitgefangener Abbé Faria zu Recht Sonderbeifall erhielt. Femke Soetenga sorgte als Anführerin der Piraten für Pep, Thomas Hohler und die stimmlich nicht ganz so souveräne Karoline Goebel präsentierten sich als jugendliches Liebespaar.

Mit seiner wie immer sehr engagierten musikalischen Leitung sorgte Tjaard Kirsch für den richtigen Musical-Klang. (26.7.2013) 

Wolfgang Denker, 26.07.13                      Fotos: Freilichtspiele Tecklenburg

 

 

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