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Theater Plauen                                                  Foto: Theater Plauen Zwickau

 

 

http://www.theater-plauen-zwickau.de/

 

 

CARMEN

Premiere im Vogtlandtheater Plauen 12.04.2014                 

Beeindruckendes Drama in dunklen schmutzigen Farben

Wieder einmal war ich im Vogtlandtheater Plauen, diesem wunderschönen Theater, welches am 1. Oktober 1898 eingeweiht, im Jahr 1945 wiedereröffnet und zu Ostern 1981 im neuen Glanz erneut wiedereröffnet wurde. Das beeindruckende Theater, welches im Jahr 2000 mit dem Theater Zwickau zum Theater Plauen-Zwickau vereint wurde, wird im Jahr 2018 sein 120jähriges Bestehen feiern können.

Es stand „Carmen“ auf dem Programm und man war gespannt, wie dieses, nunmehr auch schon 139 Jahre alte Werk dargeboten werden würde. Um es vorwegzunehmen, viel Zwischenbeifall und fast nicht endend wollender Schlussapplaus zeugten davon, dass das Publikum zufrieden war, zufrieden vor allem mit der musikalischen Seite des Werks. Die Regie kam mit Sören Schumacher und die Ausstattung mit Till Kuhnert als Gäste geradewegs aus der Hauptstadt Berlin. Und sie gaben eine andere „Carmen“ als man sie gewöhnt war. Nichts vom strahlend blauen spanischen Himmel, blitzende Uniformen waren nicht angesagt, der Glanz des auftrumpfenden Toreros war blass und die Lagerfeuerromantik der Zigeuner fehlte. Alles ist mehr oder weniger grau in grau, eine öde, graue Fassade, die sich je nach der Situation wandelt, Schmuggler mit Maschinenpistolen, mehr Einzelkämpfern geschuldet und eine auch wieder in tristes schwarz getauchte Menschenmenge, die beim beeindruckenden Finale dem Drama von Carmen und Don Jose nur mit geringer Aufmerksamkeit zuschauen, sich ihre Gesichter lieber mit durchgehend roten Fächern bedecken. Und gerade dies ganze bringt eine Spannung in die Inszenierung, die man so selten sieht. Während vor der Pause noch viel Zwischenapplaus erklingt, ja fast jede Arie bejubelt wird, kann man dies im zweiten Teil nicht mehr erkennen. Ruhig, still, fast atemlos der Szene folgend ist das Publikum und erst nach dem letzten verklungenen Takt brandet der Beifall auf. Man merkt richtig, wie das Schauspiel die Zuschauer mitreißt, aber auch betroffen macht – und ist dies nicht eine ganz tolle Auszeichnung für die Protagonisten.

Das Ganze kann aber nur seinen ganzen Zauber entfalten, wenn auch die Sänger entsprechend auftreten können. Und auch hier kann man in Plauen nur Gutes sagen. Die Mezzosopranistin Nathalie Senf ist eine beeindruckende Carmen. Nicht nur gesanglich weiß sie voll zu überzeugen, auch wenn mir persönlich ein bisschen das Femme fatale fehlt. Die Leidenschaft, das männerverzehrende Gen, auch in der Stimme, also das verführerische Timbre fehlt mir ein bisschen. Sie bietet aber insgesamt, auch schauspielerisch eine überaus überzeugende Leistung und wird vom Publikum zu Recht gefeiert. Ihr zur Seite steht mit dem Gast vom Staatstheater Meiningen, dem jungen Tenor Rodrigo Porras Garulo ein überzeugender Don Jose zur Verfügung. Jugendlich frisch, darstellerisch pointiert und mit einer klaren, klangvollen, auch die Höhen der Partie sicher meisternden Stimme ausgestattet, entspricht er nicht nur voll der Erwartung des Publikums, sondern übertrifft sie mit seinem höhensicheren und packenden Tenor, der auch in den dramatischen Passagen keine Ausfälle zeigt. Ein weiterer Gast von Meiningen, die junge Jule Rosalie Vortisch als Micaela kann mit zartem, dennoch leuchtenden und sicherem Sopran voll und ganz überzeugen. Groß gefeiert auch der baritonal auftrumpfende Shin Taniguchi als feuriger Stierkämpfer Escamillo. Seine volle runde Stimme beeindruckt, wenn gleichen ich mir das Torerolied noch etwas fülliger und feuriger gewünscht hätte. Chrissa Maliamani als Frasquita und Manja Ilgen als Mercedes geben eine ganz besondere Vorstellung. Rein körperlich fast einen Meter auseinander sind sie, vor allem im Zweiklang unheimlich wandlungsfähig und frisch und finden im Duett zu einer exzellenten Leistung. Hinrich Horn als Sergeant Morales, Raphael Wittmer als Schmuggler Remendado und Karsten Schröter als Leutnant Zuniga vervollständigen das Ensemble ohne jeglichen Bruch, ausgezeichnet. Es gibt keinerlei Ausfall und ein begeistertes Publikum belohnt dies mit tosendem Applaus.

Nicht unerwähnt bleiben darf das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau, welches einen ausgezeichneten Tag hatte. Kapellmeister Tobias Engeli führte es mit straffer Hand, ließ es an den richtigen Stellen aufblühen und deckte vor allem seine Sängerdarsteller nicht it Klangwogen zu sondern begleitete sie zurückhaltend und einfühlsam. So macht Oper Spaß und man freut sich, welche schönen Aufführungen an einer vergleichsweise kleinen Bühne dargebracht werden können. Ich jedenfalls freue mich heute schon wieder auf einen Besuch, der nicht zu lange auf sich warten lassen wird, im Vogtlandtheater Plauen-Zwickau.

Manfred Drescher, 27.04.2014  

Fotos Peter Awtukowitsch

 

 

 

 

Das Karl-Marx-Musical

COME BACK

Uraufführung 2.11.2013

Überraschend gut!

Die Überraschung gelang aufs Beste, erwartete ich bei dem Titel doch eher Agitproptheater. Stattdessen zeigte man in Plauen mit dem Marx Musical eine flotte Liebesgeschichte, selbstverständlich mit Happy End, die lustiger als „Das kommunistische Manifest“ und romantischer als „Das Kapital“ ist.

Ein junger Straßenmusiker verliebt sich in die Tochter eines Bankers. Sie hat ihr Prinzessinnenleben satt, ihr Papa Manfred Acreman ist gerade mit seiner Bank pleite gagangen. Sein Finanzberater Rasputin Mammonson behauptet, genau diese Krise des Kapitals sei schon von Karl Marx prophezeit worden. Um die Krise abzuwenden, beschwören die Beiden Karl Marx auf dem Friedhof in Highgate. Preis für die Beschwörung, bei der der wiederauferstandene Marx seine Thesen widerrufen, und damit die Pleite der Bank abwenden soll, ist die Hand des Töchterleins für Mammonson. Hinter dem Marxschen Grabstein schläft eben der Straßenmusiker, Marc S., der dank einer intensiven Gesichtsbehaarung durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Philosophen des 19. Jahrhunderts hat.

Ok, die Story ist nicht gerade tiefschürfend, aber Volker Metzler macht einen höchst amüsanten, leicht frivolen und nur leicht kapitalismuskritischen Abend daraus. Er bedient alle Klischees, der großkotzige Banker, Michael Schramm, steckt sich seine Zigarre mit Pfundnoten an, sein hinterhältiger Berater, teuflisch bis ins Detail Daniel Koch, eine rauschalige aber liebende Gouvernante, Ute Menzel mit Lotte Lenya Qualitäten und enormen „Talenten“. Dann haben wir auch noch das Prinzesschen, Henriette Fee Grützner, und der junge Musikus, der zunächst den Verlockungen des Geldes erliegt, sich aber dann doch richtig entscheidet, Daniel Tille.

Auch Claudia Charlottes Burchards Ausstattung trägt zum Erfolg des Abends bei. Witzig schräge Kostüme in einem spektakulären Bühnenbild passen zur rockig antreibenden Musik des Autorentrios Maximilian Reeg, Steffen Lukas und Tobias Künzel. David Moorbach und Wolfgang Boos sind zwei Komiker vor dem Herrn. Ständig überzogen, sorgen sie für clowneske Brachialkomik, die sich den ganzen Abend über steigert. Höhepunkt und absoluter Publikumsliebling waren die beiden, politisch nicht korrekten, schwulen Bobbys. Die drei Backgroundgirls lieferten als sehr beweglicher „griechischen“ Chor angenehme erotische Momente, kommentierten das Geschehen und trieben die Handlung voran.

Ludger Nowak stand einer 10 köpfigen Band vor und sorgte für den schmissigen Soundtrack des Abends. Am Ende bekommen sich die jungen Leute, der Banker ist geläutert und die Welt war für zweieinhalb Stunden in Ordnung.Ich glaube, ich werde mir das Kapitalismusmärchen noch einmal anschauen. Es war zu schön.

Alexander Hauer / 20.11.13                           Bilder von Peter Awtukowitsch

 

 

 

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