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Starlight Express

Jubiläumsgala: 12.06.2018

Große Überarbeitungen zum 30. Geburtstag


Am 12. Juni 1988 hob sich im eigens für dieses Musical errichteten Starlight Express Theater der Vorhang zur deutschen Erstaufführung des bekannten Werkes von Sir Andrew Lloyd Webber. Sicherlich sind auch in den vergangenen 30 Jahren viele Opernfreund-Leser unter den inzwischen über 16 Millionen Besuchern in Bochum gewesen. Kleine Veränderungen waren und sind hierbei untrennbarer Teil der Erfolgsgeschichte des Musicals, doch zum 30. Geburtstag präsentierte sich die Show nun in einer großen Jubiläumsgala auf den Tag genau 30 Jahre später komplett „runderneuert“. Der brandaktuell am vergangen Sonntag in New York mit einem Tony Award für sein Lebenswerk ausgezeichnete Andrew Lloyd Webber erarbeitete hierfür mit dem ursprünglichen Kreativteam innerhalb des letzten Jahres eine Neuninszenierung, die teilweise umfangreiche Veränderungen mit sich bringt.

Insbesondere die „Rolle der Frau“ sollte hierbei gestärkt werden war bereits im Vorfeld zu vernehmen, so dass nun erstmals auch eine weibliche Lokomotive ins Rennen um die Weltmeisterschaft der Züge geht, denn der französische Zug wird fortan von Coco gezogen. Auch die beliebte Rolle des Papa wird nun durch Mama ersetzt. Hierfür konnte die zweifache Broadwayworld-Gewinnerin Reva Rice verpflichtet werden, die bereits 1987 die Rolle der Pearl am New Yorker Broadway verkörperte. Personell gibt es einige weitere Änderungen, so ist zum Beispiel die Zeit des Raucherwagens Ashley nun endgültig abgelaufen, nachdem dieser in den letzten Jahren schon immer als „letzter seiner Art“ vorgestellt wurde. Auch die ursprünglichen Rockies ersetzen nun wieder die Hip-Hopper, große Unterschiede machen diese Änderungen aber allesamt nicht aus, die Rollen wirken allerdings durchaus frischer. Zeitgemäßer wurden auch die Kostüme gestaltet, so dass Pearl nun nicht mehr mit rosa Haaren durch die Gegend fährt und der E-Zug Elektra nun einen sehr schicken silbernen Look bekommen hat, der durch verschiedene Lichteffekte verändert werden kann. Als ganz neues Kostüm schuf John Napier den britischen Zug Brexit, der jedoch selbstverschuldet die falsche Abzweigung wählte und im Rennen um den Titel daher plötzlich wieder ein Platz frei wird. Zum Inhalt muss an dieser Stelle sicherlich nicht viel gesagt werden, geht es doch vor allem um besagte Weltmeisterschaft der Züge. Durch diverse Veränderungen in der deutschen Textfassung (Wolfgang Adenberg / Sabine Grohmann) und in der Regie (Arlene Phillips) ist die Story nun wieder klarer erkennbar und für den Zuschauer leichter verfolgbar. Zudem ist auch die Charakterzeichnung einiger Figuren nun deutlich besser gelungen. Beim Bremswagon Caboose nimmt dies leider etwas die überraschenden Wendungen im Verlaufe des Abends weg, auch ist bei ihm die Kostümanpassung eher nach hinten losgegangen, aber im Großen und Ganzen wirkt der neue Starlight Express nun viel runder.

Die größten Änderungen finden in den ersten ca. 20 Minuten des Stückes statt. Nicht nur, dass die Eingangsequenz etwas angepasst wurde, so ist auch die Vorstellung der Züge nun anders inszeniert, was den Zuschauer auf direktem Wege ins Kinderzimmer führt. Gelungen hierbei auch Pearls Vorstellung in der Art, dass das Kind nun von seinem Taschengeld als Neuzugang den brandneuen 1.-Klasse-Waggon zusammengespart hat. Dies macht Sinn und auch die Anmerkung, dass Rusty seine erste und liebste Lok war wirkt nett erzählt und erinnert irgendwie an „Toy Story“. Allgemein erinnert vieles nun eher an ein Kinderzimmer wo mit den Zügen gespielt wird, da alle Darsteller viel präsenter sind auf der Bühne und überall mal „rumstehen“, als wären sie gerade in dem Moment vom Kind hier hingelegt worden, während es sich um einen anderen Zug kümmert. Auch die Bahnen durch den Zuschauerraum werden nun häufiger benutzt als zuvor.  

Neu ist u. a. auch der Song „Ich bin ich“, den Andrew Lloyd Webber extra für diese Show komponiert hat. Hinzu kommen teilweise neu arrangierte Stücke und textliche Veränderungen bei dem ein oder anderen Song. Auch mit den Reprieses hat man etwas gespielt und die Reihenfolge der Lieder geringfügig geändert, was dem Musical sehr zugute kommt. Die Band unter der musikalischen Leitung von Matt Ramplin spielte zwar sehr laut auf, aber dies gehört beim Starlight Express auch irgendwie dazu. Auch technisch wurde etwas aufgerüstet, ein neues Licht- und Soundsystem wird nun durch Projektionen ergänzt, was u. a. eine wunderschöne Bahnhofshalle erscheinen lässt. Für das gelungene Projektionsdesign zeichnet sich Duncan McLean verantwortlich. Für die Schlüsselszene der Starlight Sequenze setzt man nun als erste fest-installierte Show europaweit auf eine neuartige Drohnentechnologie, die durchaus einen sehr gelungenen Effekt auf die Bühne zaubert, insbesondere wenn man recht mittig zur Bühne sitzt. Dennoch hängt des Schreibers Herz doch noch sehr an dem von Lasern durchzogenen Nebelhimmel der alten Version.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die gesamte Cast die neue Show hervorragend einstudiert hat und man den Starlight Express in Bochum selten so „akzentfrei“ genießen durfte. Stellvertretend für die insgesamt 26 Darsteller je Vorstellung seihen hier nur Blake Patrick Anderson (Rusty), Georgina Hagen (Pearl), Ben Carruthers (Greaseball) und Sjoerd van der Meer (Electra) erwähnt. Zum 30. Geburtstag hat man sich mit dieser Überarbeitung selber ein schönes Geschenk gemacht, denn dies war die vielleicht beste Starlight-Inszenierung, die der Schreiber dieses Textes ich in den letzten Jahren besuchen durfte. Man hat es geschafft, das inzwischen aus vielen kleinen Änderungen entstandene Stückwerk neu zusammenzusetzen und hiermit die Weichen auf viele weitere hoffentlich erfolgreiche Jahre stellen können.

Markus Lamers, 14.06.2018
Fotos: © Starlight Express

 

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