DER OPERNFREUND - 51.Jahrgang
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BrixenClassics 11.-18.6.2022


Das Festival trägt den Untertitel "Musica e Vino / Südtirol" und fand heuer zum zweiten Mal statt. Es bietet eine gelungene Mischung von Eindrücken für Gaumen, Ohren und Augen. Spaziergänge durch die Weinberge mit Weinverkostungen gesellen sich in der wunderbaren Landschaft des Eisacktals zu musikalischen Genüssen.

 


Ich hatte die Möglichkeit an drei Abenden teilzunehmen, von denen jeder eine andere Art von Kunstgenuss bot. Am 16.6. fand in der spätbarocken Bibliothek des Augustinerchorherrenstifts Neustift unter dem Titel Chamber Delights ein raffiniert zusammengestelltes Konzert mit Kammermusik statt. Boris Brovtsyn (Geige), Sindy Mohamed (Bratsche), Arthur Hornig (Cello) und Julia Okruashvili (Klavier) spielten die relativ selten zu hörenden Klavierquartette von Gustav Mahler, Antonin Dvorák und Johannes Brahms. Von Mahler hat sich nur ein Satz in a-Moll aus 1876 erhalten, dessen Stil schon deutlich auf den späteren Meister verweist. Dvoráks Komposition Nr. 2 Es-Dur op. 87 folgte erst auf Drängen seines Verlegers seinem vorhergehenden Klavierquartett aus 1875 und zeigt mit Brahms' Nr. 1 in g-Moll op. 25 sehr schön die Querverbindungen zwischen den beiden Meistern. Der russische Geiger, die französisch-ägyptische Bratschistin, der deutsche Cellist und die russische Pianistin (dem Namen nach mit georgischen Wurzeln) hörten sehr gut aufeinander und spielten als wären sie ein ständiges Ensemble. Ein wunderbares Konzert, das mit dem 4. Satz der Brahms-Komposition, dem Rondo alla zingarese, seinen mitreißenden Abschluss fand.
Am 17.6. gab es im Renaissancehof der Brixener Hofburg unter dem Titel Genius Weber: Der Freischütz eine konzertante Wiedergabe dieser populärsten aller deutschen Opern aus der Vor-Wagner-Zeit. Die Dialoge waren gestrichen, und die Handlung wurde zweisprachig von Wolfgang Vater und Yvonne Miracolo zwischen den Musikstücken erzählt. In den etwas mehr als eineinhalb Stunden wurde nichts von den Arien und Chören geopfert, nur das Finale kam überraschend schnell, weil man auf den Eremiten und Ottokar verzichtet hatte. Die wechselnde Beleuchtung der Arkaden des Hofs vermochte die Atmosphäre, speziell der Wolfsschlucht, ausgezeichnet wiederzugeben. Der Abend hatte mit dem Orchester und Chor von BrixenClassics hohes Niveau. Hier muss erklärt werden, dass der musikalische Leiter des Festivals und Dirigent des Abends, Daniel Geiss, das Klanglabor@BrixenClassics geschaffen hat, dessen Studenten Gelegenheit haben, von arrivierten Künstlern zu lernen. Die Pultführer kommen aus bedeutenden Orchestern und weisen dem enthusiastisch aufspielenden Nachwuchs den Weg. Dasselbe gilt für die Solisten: Neben dem profilierten Kaspar des Vollblutsängers Michael Volle, der professionellen Agathe von Gabriela Scherer und dem  expressiven Max von Christopher Ventris stellten sich die Akademisten Nikolina Hrkac aus Kroatien als Ännchen und der Brite Rory Green als Kilian vor, wobei vor allem die Sopranistin einen überaus positiven Eindruck hinterließ. Bewundernswert auch wie kompakt und präzise der von Christian Unterhofer einstudierte Laienchor klang.

 


Am 18.6. gab es eine spezielle Verbindung von Musik und Kulinarik, denn im Hof von Stift Neustift wurden Südtiroler Spezialitäten serviert, während unter dem Titel My favourite songs Michael Volle, Gabriela Scherer und Magnus Dietrich, am Bösendorfer begleitet von Julia Okruashvili, Arien und Duette sangen. Die Qualität des Abends war so hoch, dass keinerlei Geplauder oder Besteckgeklapper die Auftritte störten. Volle, ein echtes Bühnentier, räumte mit seinem vielfältigen Programm, das im ersten Teil von Wolframs "Blick ich umher" über Ständchen und Champagnerarie Giovannis und Falstaffs "Onore"-Monolog reichte, ab. Der Tenor Magnus Dietrich ging aus dem vorjährigen BrixenClassics als Sieger unter den Akademisten hervor und sang Rinuccios schwierige Arie aus Puccinis "Gianni Schicchi". Gutes Material und unverkrampftes Auftreten berechtigen zu schönen Hoffnungen für den 25-Jährigen. Gemeinsam mit Scherer sang er "Glück, das mir verblieb, aus Korngolds "Die tote Stadt". Die Sopranistin ergänzte mit Elisabeths "Teurer Halle" und "Ebben? Ne andrò lontana" aus Alfredo Catalanis "La Wally".
Sie eröffnete den zweiten Teil mit dem Gebet der Tosca und ging mit Giudittas "Meine Lippen, sie küssen so heiß" und dem unterhaltsam vorgetragenen Schwipslied aus "Eine Nacht in Venedig" zur Operette über. Diese wurde auch von Dietrich mit "Es war einmal" aus Paul Linckes "Im Reich des Indra"geehrt, aber einmal mehr heizte Volle mit "Wenn ich einmal reich wär" aus "Anatevka" die Stimmung besonders an, die sich bei "Da geh ich ins Maxim" noch steigerte. Das abschließende Duett war folgerichtig "Lippen schweigen", aber zuvor waren auch "Là ci darem la mano" und "Au fond du temple saint" ("Perlenfischer") zu hören gewesen. Ein dreigeteiltes Brindisi aus "Traviata" als Zugabe beendete einen Abend, der musikalische und leibliche Genüsse überzeugend vereinte.
 

Eva Pleus 24.6.22
Bilder: Brixen Tourismus / Marko Paunovic                                         

 

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