DER OPERNFREUND - 51.Jahrgang
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Seebühne Kriebstein

 

Vergnüglicher Melodienreigen auf der Seebühne

Die Csárdásfürstin

Premiere: 11.06.2021
besuchte Vorstellung: 10.07.2021

 

Lieber Opernfreund-Freund,

auch in Mittelsachsen wird wieder live gespielt – und das, wie seit 2007 zum Spielzeitende schon Tradition, auf der Seebühne in Kriebstein. Emmerich Kálmáns Csárdásfürstin ist dort seit Mitte Juni zu erleben und die habe ich mir als meinen persönlichen Spielzeitabschluss gestern gerne für Sie angesehen.

 

 

Sergio Raonic Lukovic nutzt die besondere Atmosphäre der Bühne an der Talsperre unweit der imposanten Burg Kriebstein, um dem Publikum nach der zauberhaften Nacht in Venedig vor drei Jahren nun einen weiteren Operettendauerbrenner zu präsentieren. Der gebürtige Kroate, der zur Spielzeit 2022/23 den Intendantenposten am Mittelsächsischen Theater übernimmt, zeigt erneut, was er kann, entstaubt die gesprochenen Dialoge von Anno Dazumal, indem er sächsisches Lokalkolorit oder aktuelle Themen wie Corona einstreut. Denn selbstverständlich sind auf und neben der Bühne Hygienemaßnahmen einzuhalten, doch das tut der Spielfreude der Darsteller keinen Abbruch. Lukovic gelingt auch „auf Abstand“ eine überzeugende Lesart der doppelten Liebesgeschichte zwischen Sylva und Edwin sowie Boni und Anastasia, genannt „Stasi“ – ja, sie vermuten richtig, dass diese Vorlage gestern nicht ganz ungenutzt bleibt. Da wird getanzt, was das Zeug hält (Choreografie: Nicole Eckenigk) – selbst Opernchormitglieder schwingen überzeugend das Tanzbein und unterstützen die Damen und Herren vom Ballett, da wird genecktund geliebt. Die eindrucksvolle Kulisse, die Tilo Staudte auf den See gestellt hat, bietet dazu einen imposanten Rahmen, Lukovics lebendige Personenführung und die frohen Kostüme von Nina Reichmann sorgen dafür, dass keine Sekunde Langeweile aufkommt.

 

 

Ebenso beherzt wie Lukovic die Szene packt GMD Jörg Pitschmann die musikalische Seite an, entfacht zusammen mit den Musikerinnen und Musikern ein übersprühendes Feuerwerk voller schwelgerischer Melodien und herrlichen Walzerklängen und reißt das Publikum zusammen mit den Protagonisten auf der Bühne ein ums andere Mal mit. Aus der Babypause zurück ist Leonora Weiß-del Rio und trumpft direkt von Beginn an auf mit ihrem voluminösen Sopran, ihrer satten Mittellage und ihrem hinreißenden Charme und wird so zu einer glutvollen Sylva, bei der man gut nachvollziehen kann, dass Edwin ihr verfallen ist. Den gestaltet Frank Unger höhensicher, voll tenoraler Kraft und gleichzeitig viel Gefühl und gerät so zum Idealinterpreten. Diesbezüglich in nichts nach steht ihm Lindsay Funchal als eigenwillige Stasi, die neben enormer Strahlkraft traumhafte Piani über den See klingen lässt. Alexander Donesch bringt als Boni Musical-Farbe mit, und frischt das Ensemble klanglich auf. Als ausgebildeter Schauspieler kann er zudem mit exzellentem komödiantischen Timing überzeugen. Ein wahrer Operetten-Routinier steht ihm mit Alois Walchshofer zur Seite. Der singt gerne und oft an der Staatsoperette Dresden und gibt so einen Feri Básci – das ist der mit der Kupferhilde – voller Nonchalance.

 

 

Die engagierten Damen und Herren des Chores, von Peter Kubisch exzellent betreut, lassen sich gesanglich und tänzerisch nicht lumpen und auch das restliche Ensemble ist mit Herzblut bei der Sache und macht so das Operettenglück perfekt. Das Publikum auf den ausverkauften Rängen schwelgt mit Kálmáns Operetten-Evergreens und ist am Ende der gut eineinhalb Stunden (es wird mit wenigen Kürzungen pandemiekonform ohne Pause durchgespielt) ebenso begeistert wie ich. Da kann man sich schon jetzt auf Lehárs Graf von Luxemburg im kommenden Jahr freuen – oder eine der verbleibenden Vorstellungen der Csárdásfürstin besuchen – es wird noch bis zum 8. August gespielt.

Ihr
Jochen Rüth

11.7.21

 

Fotos © Mittelsächsisches Theater

 

 

Eine Nacht in Venedig

Premiere: 17.06.2018
besuchte Vorstellung: 14.07.2018

Venedig in Mittelsachsen

Lieber Opernfreund-Freund,

auf dem See der Kriebsteintalsperre in Mittelsachsen, im Zentrum eines Dreiecks gelegen, das Leipzig, Dresden und Chemnitz bilden, gibt es seit 2007 eine Freilichtbühne, die unter anderem vom mittelsächsischen Theater bespielt wird, das dort alljährlich mit einer üppigen Produktion sein Spielzeitfinale zelebriert. In diesem Jahr haben die Zuschauer gleich doppelt Glück: zum einen lässt ja Petrus seit Wochen kaum ein Wölkchen die Himmel hierzulade trüben – und zum andern ist dem Team des Theaters eine wahrlich spritzige und unterhaltsame Umsetzung von „Eine Nacht in Venedig“ gelungen.

Entstauben wollte Tausendsassa Sergio Raonic Lukovic das Werk von Johann Strauß, um es ins 21. Jahrhundert zu holen und es auch einem jüngeren Publikum zugänglich machen. Das ist dem Kroaten, der seit der Spielzeit 2007/08 am hiesigen Theater als Bassbariton engagiert ist und bereits kleinere Produktionen am Haus inszeniert hat, gelungen. Mit eigenen, zum Teil recht unzweideutigen, fast derben und dennoch passenden Texten, holt er das Werk ins Hier und Heute, zeigt Venedig als Touristenmagnet und führt eine weibliche Senatorin ein. Auch ist die Frau des Senators Delacqua kein junges Ding, das den alten Gemahl mit einem jugendlichen Liebhaber betrügt, sondern eine reife Dame, einst mehrfache Miss Venedig und noch immer voller Schönheit und Präsenz (wie ihre wundervolle Darstellerin Rita Zaworka), die sich einen wesentlich jüngeren Galan (herzerfrischend: Matthias Wagner als Touristenführer Enrico) gönnt. Die Talsperre als Kulisse ist wie gemacht dafür, Venedig nach Sachsen zu holen. Da fahren echte und falsche Gondeln umher, die hinreißende Bühne von Tilo Staudte bietet den passenden Rahmen mit zwei kleinen Inseln, die mit der Hauptbühne über venezianisch Brücken verbunden sind, und die mit allerlei originellen Requisiten ausgestatteten Sängerinnen und Sänger wurden von Nina Reichmann in prächtige und farbenreiche Kostüme gesteckt. Natürlich ist ein Maskenball grundsätzlich eine Spielwiese, auf der sich Ausstatter vorzüglich tummeln können – aber nicht nur die Karnevalskostüme sind äußerst gelungen. Lukovics Inszenierung zeichnet sich durch eine abwechslungsreiche Personenführung aus, gekonnt spielt er mit Haupt- und Nebenbühne und dem See als Spielfläche. Lediglich die letzten zwanzig Minuten verkommen zum Wimmelbild – ein eindeutiger Fall von „zu viel los“. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau, Lucovic hat die Feuertaufe auf großer Bühne bestanden.

Gesanglich gibt es ebenso nur am Rande ein wenig zu mäkeln. Frank Unger versucht seine Spitzentöne als Herzog im ersten Akt noch allzu pavarottihaft und hat damit wenig Erfolg, dabei verfügt er doch über einen geschmeidigen Tenor voller Schmelz. In der zweiten Hälfte des Abends, just nachdem er seine körperliche Fitness mit einarmigen Liegestützen hat präsentieren dürfen, stemmt er auch die vokalen Höhen eindrucksvoll – ob da ein Zusammenhang besteht? Durchweg beeindruckt hat mich Derek Rue als Caramello, der nicht nur das berühmte „Komm in die Gondel, mein Liebchen“ scheinbar mühelos meistert, obwohl ihn Lukovic dabei stehend eine Gondel steuern lässt, sondern den ganzen Abend über mit stimmlicher Raffinesse, zahlreichen Nuancen und viel Gefühl glänzt. Darin steht ihm seine Bühnenpartnerin Leonora del Rio als Annina in nichts nach. Die Sopranistin mit argentinischen Wurzeln überzeugt mit Stimmschönheit, wundervollen Farben und feinen Höhen und ist überdies eine ebenso vor Spielfreude überschäumende Künstlerin wie ihre Kollegin Susanne Engelhardt, die als Ciboletta zeigt, was für ein hervorragendes Gespür für Witz und Timing sie besitzt. Frank Ernst ist ein Pappacoda, wie er im Buche steht. Starke stimmliche Präsenz zeichnen den Charaktertenor ebenso aus wie sein Talent als Komödiant.

Die Mittelsächsische Philharmonie ist unter Arkaden platziert und entspinnt unter der Leitung von GMD Raoul Grüneis pure Operettenseligkeit über den See, über dem es im Laufe der Aufführung passenderweise Nacht geworden ist. Die Spielfreude des Ensembles und der Musikerinnen und Musiker ist ebenso ansteckend wie die schwingenden Beine der Tänzerinnen und Tänzer, deren Auftritte Sigrun Kressmann mit tollen Choreographien versehen hat, so dass nicht wenige Besucherinnen und Besucher nach gut zweieinviertel Stunden im perfekten Walzerglück schwelgend und „Komm in die Gondel“ summend vom sächsischen Venedig in Richtung Heimweg tänzeln und sich schon auf Paul Linckes „Frau Luna“ im kommenden Jahr freuen.

 

Ihr Jochen Rüth / 15.07.2018

Fotos  (c) seebühne.de /André Braun.

 

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