DER OPERNFREUND - 51.Jahrgang
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GENDERSCHWACHSINN - da macht nicht nur DER OPERNFREUND nicht mit!

Bitte schicken Sie uns eigene Beiträge an: opera@e.mail.de zu meinen Händen. Die Redaktion dankt. herzlichst                                            Ihr    Peter Bilsing (Hrg.)

 

 

BEKIFFT???

"Sind der*die Vertreter*in und dessen*deren Stellvertreter*in
verhindert, kann das Mandat einem*r anderen gewählten Vertreter*in übertragen werden

 

 

In Ausgabe 4/21 der Zeitschrift "Bühnengenossenschaft" der GDBA, das
Fachblatt eines Berufsstandes, zu dessen wichtigstem Handwerkzeug die
deutsche Sprache gehört, ist auf Seite 17 "Vorbereitung auf den
Genossenschaftstag 2021" unter dem Absatz "Mandatsübertragung" ist so ein Unfug zu lesen, derernsthafte Fragen aufwirft.

 

Kunst statt Ideologie bitte!

...nicht wenige Theater erwecken mittlerweile den Eindruck, sie seien nicht mehr vom Willen ihrer Geldgeber abhängig, sondern könnten statt Kunst Ideologie bieten.

 

Obwohl der Rat für deutsche Sprache einmal mehr deutlich gemacht hat, dass Gender-Sonderzeichen keinen Eingang in das amtliche Regelwerk für deutsche Sprache Eingang finden, weil unter anderem Gäst*innen keinen Sinn macht, glauben „Theatermacher“, dass sie uns eine Sprache oktroyieren müssen, die 87 Prozent der Deutschen ablehnen. Nein, sie sind nicht im Kampf für eine bessere Welt unterwegs – das ist auch gar nicht ihre Aufgabe. Sondern sie versuchen, eine staatliche Ideologie im Volk unterzubringen. Damit haben sie ihren Anspruch auf die Finanzierung des Steuerzahlers, der mit 87 Prozent eindeutig gegen eine diesbezügliche Änderung der deutschen Sprache ist, verwirkt.

 

Die Behauptung bestimmter Gruppen, ein Sternchen, Unterstrich, Majuskel oder sonstige unzulässige Spracherweiterungen könnten auf dem Weg zu einer Geschlechtergerechtigkeit hilfreich sein, ist eine Lüge. Die deutsche Sprache ist eine sehr fein austarierte Sprache, was Geschlechtergerechtigkeit angeht. Wer sich ernsthaft mit ihr beschäftigt, anstatt sie ideologisch vergewaltigen zu wollen, wird das sehr schnell verstehen. Und kann stolz darauf sein, sie zu beherrschen anstatt sie zerstören zu wollen.

 

Wir haben als Kulturmagazin keine Forderungen zu stellen, sondern zu berichten. Aber wir haben das Recht, uns gegen Unrecht zur Wehr zu setzen. Der Einsatz von Gender-Sonderzeichen ist durch nichts gerechtfertigt, sondern sorgt für – gewollte – Desinformation. Statt Information werden durch Gender-Sonderzeichen Inhalte verfremdet. Interessiert Sie mein Geschlecht? Seien Sie mir nicht böse, aber ich interessiere mich für Ihres leider gerade gar nicht, sondern ich wollte wissen, um was es in dem Stück ging. Die eigentliche Information geht unter. Ökonomie ist eines der wesentlichen Merkmale einer gut funktionierenden Sprache, um Desinformation zu vermeiden.

 

Wir werden diese Form der Desinformation nicht akzeptieren. Das fängt damit an, dass wir nicht auf die Spiegelfechterei irgendwelcher Opfergruppen eingehen. Pressemitteilungen, die sich als ideologische Kampfschreiben entpuppen, werden ignoriert. Das geht ganz einfach. Ein kurzer Blick. Zwei Sternchen. Und die Pressemitteilung ist gelöscht. Nein, keine Angst, das führt nicht zu einer verminderten Berichterstattung, sondern konzentriert uns auf die, die Kunst statt Ideologie bieten. Wunderbar. Wir werden fortan nicht mehr auf Webseiten verlinken, die glauben, für sie würden andere Gesetze gelten als für die Allgemeinheit. Und: Wir werden nicht in den allgemein klagenden Kanon über Budgetkürzungen einstimmen, der in Kürze einsetzen wird, weil wir befürworten, dass Häuser, die glauben, uns statt mit Kunst mit Ideologie zu beeindrucken, kein Anrecht auf nur einen einzigen Euro haben. Und wir werden weiter gemäß den amtlichen Regeln für die deutsche Sprache berichten, so, wie 87 Prozent der Deutschen das befürworten.

 

Der Einsatz von Gender-Sonderzeichen ist weder Avantgarde noch progressiv, wie in einzelnen Publikationen zu lesen ist. Er entspricht den Versuchen der Nationalsozialisten, eine eigene Sprache zu erfinden, die uns bis heute Sorgen bereitet. Arbeit macht frei ist bis heute in unseren Köpfen, und deshalb weigern wir uns, einen Gäst*in in unser Haus zu lassen. Wer also weiter eine ideologiefreie Berichterstattung wünscht, wird uns in unserem Ansinnen unterstützen. Schon einmal haben sich Medien nur allzu bereitwillig einer Ideologie gebeugt. Das wird hier nicht passieren. Weil guter Journalismus bei O-Ton Ehrensache ist.

 

Michael Zerban (O-Ton) 14.4.2021

 

 

Warum der „Gender-Stern“ in der Medien Arbeit mit und ohne Außenwirkung nichts zu suchen hat.

Der Stern ist kein Standard-Deutsch sondern ein Rechtschreibfehler

 

Der Gender-Stern („Referent*in“) entspricht nicht dem aktuellen Standard-Deutsch, wie es der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ im Regelwerk „Deutsche Rechtschreibung, Regeln und Wörterverzeichnis“ für den öffentlichen Gebrauch, insbesondere auch in Behörden und Schulen, rechtsverbindlich festlegt. Auf diesem Regelwerk beruht der Duden. Ausdrücklich ist dort, trotz entsprechender Anfragen und interner Diskussionen, der Gender-Stern nicht aufgenommen worden. Seine Verwendung ist nichts anderes als ein Rechtschreibfehler.

 

Es geht um Ideologisch besetztes Zeichen mit politischem Bekenntnischarakter

 

Dass der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ die Verwendung des Gender-Sterns derzeit

nicht erlaubt, begründet er wie folgt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung stellt fest, dass der gesellschaftliche Diskurs über die Frage, wie neben männlich und weiblich ein drittes Geschlecht oder weitere Geschlechter angemessen bezeichnet werden können, sehr kontrovers verläuft. Tatsächlich werden Forderungen nach Verwendung des Gender-Sterns im politischen Raum ausschließlich im linken und extrem linken Spektrum erhoben, während er im bürgerlich-liberalen, konservativen und rechten bis extrem rechten Spektrum einhellig abgelehnt wird.

 

Wer den Gender-Stern verwendet, bezieht eindeutig politische Stellung und verortet sich demonstrativ politisch links. Der Stern hat Bekenntnischarakter.

 

Gerade im öffentlichen Raum vom Steuerzahler finanzierte Institute und Einrichtungen haben keinerlei Befugnis von der Norm-Sprache abzuweichen. Da auch sie dem Grundgesetz verpflichtet sind, gibt es keine demokratische Legitimation für solche Sprachveränderungen. Gerade in diesem bereich verbietet sich die demonstrative Herausstellen politisch-ideologischer Standpunkte. Es gibt es keine inhaltliche Notwendigkeit für derlei Veränderungen. Darüber hinaus gibt es auch inhaltlich keinen Anlass zur Abweichung vom geltenden Norm-Deutsch.

 

Die Befürworter des Gender-Sterns führen an, dass durch grammatisch männliche Formen („Referent“, „Lektor“, „Mitarbeiter“) nur biologisch männliche Personen angesprochen würden. Für einen „inklusiven“ Sprachgebrauch sei es nötig, „weibliche Existenz“ sichtbar zu machen. Seit den 1980er Jahren ist es daher im links-alternativen Milieu üblich, ein Binnen-I zu setzen („ReferentIn“, „LektorIn“, „MitarbeiterIn“). Das hat sich außerhalb dezidiert linker Kreise nicht allgemein durchgesetzt.

 

Nun hat man entdeckt, dass das „dritte Geschlecht“ selbst durch das Binnen-I nicht abgebildet werde und auch die vermeintliche Fortschrittlichkeit von gestern heute rückschrittlich erscheinen kann, da sie lediglich „binär“ denke und lediglich zwei Geschlechter unterscheide. So kam man auf den Stern mit der Behauptung, von diesem dürften sich nun sämtliche 64 Geschlechter gemeint fühlen, die Facebook unterscheidet, und notfalls noch hunderte andere, da der Phantasie auf den Selbstfindungsseminaren keine Grenzen gesetzt sind.

 

Das schlägt aus mehreren Gründen fehl

 

a) Biologistisches Missverständnis und Unkenntnis der Grammatik

 

Wenn die Annahme zutreffen würde, dass mit grammatisch männlichen Formen nur Männer gemeint seien, dann müsste auch gelten, dass mit grammatisch weiblichen Formen nur Frauen und mit neutralen Formen allenfalls Diverse gemeint sind. Wenn also ein Unternehmen eine „Führungskraft“ per Zeitungsanzeige sucht, dann dürften sich dadurch lediglich Frauen angesprochen fühlen, denn „Führungskraft“ ist grammatisch weiblich. Wenn ein Bäcker von seiner „Kundschaft“ spricht, dann dürfte es sich dabei nur um Frauen handeln. Wo ein Verein ein neues „Mitglied“ aufnimmt, handelt es sich wohl weder um einen Mann noch um eine Frau, denn „Mitglied“ ist ja grammatisch ein Neutrum. Man sieht an diesen wenigen Beispielen, dass es sich bei der Ablehnung des generischen Maskulinums um ein biologistisches Missverständnis in Unkenntnis oder bewusster Leugnung der deutschen Grammatik handelt. Das generische Maskulinum ist ein sprachwissenschaftliches Faktum, genauso wie das generische Femininum (s. o. „Führungskraft“) oder das generische Neutrum (s. o. „Mitglied“).

 

b)Willkürliche Setzung

 

Dass mit einem Symbolzeichen (*) inmitten eines Wortes mit weiblicher Endung („Lektor*in“) sich gefälligst alle anderen mitgemeint fühlen sollen, ist eine willkürliche Setzung. Wenn gegen das generische Maskulinum angeführt wird, dass eben bestimmte Personen sich nicht angesprochen fühlen wollen, wer will dann erzwingen, dass andere Personen sich durch ein Femininum mit Stern angesprochen fühlen? Wessen Gefühle zählen mehr? Kann es hier überhaupt auf subjektive Gefühle ankommen, oder geht es nicht schlicht um sprachwissenschaftliche Fakten und einen überwiegend üblichen allgemeinen Alltagsgebrauch?

Womöglich wird sich in der gesprochenen Sprache der Gender-Schluckauf durchsetzen, welcher entsteht, wenn man den * irgendwie in der Aussprache kenntlich machen will. Sicher ist das nicht. Petra Gerster, die seit Monaten tapfer den Gender-Schluckauf übt, berichtete kürzlich in der „Zeit“ davon, dass die Zuschauerreaktionen ganz überwiegend negativ sind.

 

Der „Rat für Rechtschreibung“ empfiehlt u. a.:

 

Geschlechter-gerechte Texte sollen

 

sachlich korrekt sein,

verständlich und lesbar sein,

vorlesbar sein (mit Blick auf die Altersentwicklung der Bevölkerung und die Tendenz  in den Medien, Texte in vorlesbarer Form zur Verfügung zu stellen),

Rechtssicherheit und Eindeutigkeit gewährleisten,

übertragbar sein im Hinblick auf deutschsprachige Länder mit mehreren Amts- und

Minderheitensprachen,

für die Lesenden bzw. Hörenden die Möglichkeit zur Konzentration auf die wesentlichen Sachverhalte und Kerninformationen sicherstellen. Dabei ist jeweils auf die unterschiedlichen Zielgruppen und Funktionen von Texten zu achten.

 

23.03.21 , Michael Demel

 

Zu vermeintlichen „Gendergerechtigkeit“ der deutschen Sprache

Zur Verteidigung der vermeintlich „gendergerechten“ Sprache wird oft ins Feld geführt, dass Sprachen sich im Laufe der Zeit verändern. Solche Veränderungen kommen aber nur über lange Zeiträume zustande, über Jahrhunderte. Und zwar von innen heraus, ganz wichtig, also von jenen, die diese Sprachen sprechen, von unten nach oben. Seit meinem Abitur 1971 kann ich keine wirklich nennenswerten Änderungen der deutschen Sprache erkennen, weder in der Großschreibung noch in der Wortwahl (bis auf mehr Anglizismen, die auch technologiebedingt sind wie IT etc.) noch in der Interpunktion. Das war vor fast einem halben Jahrhundert. Auch die sog. Rechtschreibreform hat die deutsche Sprache nicht wirklich verändert und sogar sie war bekanntlich sehr umstritten, ja wurde von einigen Medien gar boykottiert. Erfreulich natürlich, dass das Fräulein verschwand. Es gab ja auch nie ein Männlein! Seit 20 Jahren bin ich selbst journalistisch tätig in der internationalen Opernkritik. In der Literatur hat sich auch nichts geändert, auch hat hier die sog. „Gendergerechtigkeit“ nicht Einzug gehalten. Das finden Sie in kaum einem in Deutschland oder Österreich verlegten Buch.

 

Die eigentlich nur mit einer Aufsetzung zu vergleichende sog. „gendergerechte“ Sprache ist Ausfluss eines politischen Willens mit Ideologiekomponente, der seit relativ kurzer Zeit um sich greift. Es ist ein politisch-bürokratisches Oktroyieren von Änderungen auf die deutsche Sprache, die von einer Minderheit als wünschenswert gesehen und vornehmlich von Moderatoren von TV-Sendungen verwendet und über Gleichstellungsbeauftragte vornehmlich in staatlichen und privaten Institutionen gewissermaßen „von außen“ durch Verordnungen und Vorschriften durchgesetzt werden. Also eine diskretionäre Sprachänderung von „oben“ statt von unten. Und dabei entspricht das nicht einmal dem Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland. Dort ergab eine Infratest Dimap Studie 2020, dass 56 Prozent der Befragten gegen das „Gendern" sind. Und dabei waren auch Frauen, die sicher auch Bücher lesen oder sich TV-Programme ansehen. Die Ablehnung des „Genderns“ im Publikum nimmt seither rasant zu.

 

Moderatoren „gendern“ vornehmlich in den Nachrichtensendungen, aber auch jene in Talkshows, immer nur die Moderatoren. Interessant ist nämlich, dass ihre jeweiligen Gesprächspartner sowie die in Dokumentationen und Interviews Befragten, und seien sie auch aus der noch so avantgardistischen Kulturszene, nahezu nie „gendern" – nur die Moderatoren. Man hat oft das Gefühl, Moderator und Interviewter sprechen verschiedene Sprachen - so wie es Zerbinetta von Ariadne in der Oper „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss vermutet… Man könnte aber auch meinen, es handele sich um ein Moderatorenkartell zu Gunsten der vermeintlichen sprachlichen „Gendergerechtigkeit“ gegen den semantischen Mainstream.

 

Die Sprache wird durch das „Gendern" auch (in ihrer Aussage) verfälscht, was gravierend, aber besonders im Fall der deutschen Sprache auch leicht belegbar ist. Ich habe das schon in meinem Aufsatz zum Thema 2019 geschrieben, den ich hier anhängen darf.

 

https://www.klaus-billand.com/deutsch/betrachtungen/zu-politischen-themen/gendergerechtigkeit-in-der-deutschen-sprache-maerz-2019.html

 

Der bekannte Linguist Peter Eisenberg schrieb nach einer Reihe von relevanten Artikeln zum Thema seit 2017 am 8. Januar 2021 in Renovatio - Institut für kulturelle Resilienz einen Aufsatz zum Thema "Die Zerstörung der Sprache durch Gender-Ideologie", der höchst lesenswert ist:

 

https://renovatio.org/2021/01/peter-eisenberg-die-zerstoerung-der-sprache-durch-die-gender-ideologie/

 

Am 9. Juni 2018 schrieb Dichter Reiner Kunze in der Passauer Neuen Presse den Aufsatz „Der Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie“:

 

https://www.pnp.de/nachrichten/kultur/Dichter-Reiner-Kunze-Sprachgenderismus-ist-eine-aggressive-Ideologie-2971049.html

 

Am 10. April 2019 schrieb Josef Bayer, emeritierter Professor für allgemeine und germanistische Linguistik an der Universität Konstanz, in der Neuen Zürcher Zeitung folgenden erhellenden Artikel zum Thema „Die geschlechtergerechte Sprache macht linguistische Denkfehler“:

 

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-geschlechtergerechte-sprache-macht-linguistische-denkfehler-ld.1472991

 

Interessant ist auch der zufällig fast genau an dem Tag, an dem der Rat für deutsche Rechtschreibung seine Empfehlungen zum normgerechten Schreiben verkündete, erschienene Aufsatz von Nikolaus Lohse „Warum „Bäcker“ auch Frauen sein können und der Bohrer kein Mann ist“ vom 27.3.2021 in der „Welt“:

 

https://www.welt.de/kultur/plus229044189/Streit-ums-Gendern-Warum-Baecker-sehr-wohl-auch-Frauen-sein-koennen.html

 

In diesen Artikeln wird eigentlich alles erklärt und auf die Konsequenzen hingewiesen, die das „Gendern" in der deutschen Sprache bewirken wird: Ihre Verarmung. Ich würde sogar sagen, ihre Verhunzung!

 

Immer wieder stellt man nun fest, dass Moderatoren in einer Nachrichtensendung ein Substativ, das sowohl Frauen wie Männer umfasst, mit der Endung -innen gebrauchen, ohne den an sich vorgesehene sog. Glottisschlag, also eine kurze die Sprechpause, zu machen. Damit wird ein klarer Verständnisfehler produziert. Es wird damit versucht, das sog. „Gendersternchen“ oder das „Binnen I“ auszusprechen, was phonetisch nicht geht, womit das auf „-innen“ endende Substantiv wie ein durchgehendes Wort gesprochen wird. Damit unterstellt der Moderator automatisch, dass mit der Aussage nur Frauen gemeint sind. Es ist aber aus dem Zusammenhang offensichtlich, dass Frauen und Männer gemeint sind (was im Schriftbild durch das „Gendersternchen“ oder das „Binnen I“ im Prinzip sichtbar wäre). Diese Formulierung ist also eine ernstzunehmende Verfälschung der Sprache und ihrer Ausdrucksfunktion. Wenn das weiter um sich greift, muss man annehmen, dass Dinge oder Sachverhalte nur noch Frauen betreffen und die Männer ausgeschlossen sind. Schlichte Fehlinformation!

Es gibt übrigens ein starkes Argument gegen das „Gendersternchen“ und den gesprochenen Glottisschlag:

Dieser führt nicht etwa zusammen und ist auch nicht inklusiv! Ganz im Gegenteil, er trennt eigentlich zwei Silben, wie z.B. in Spiegel:ei, der Glottisschlag trennt hier Spiegel von Ei. Ohne ihn würde man Spiegelei sagen, was etwas ganz anderes bedeutet (z.B. Eulenspiegelei).

Auch im Sinne der Inklusion ist der Genderstern bzw. Glottisschlag also kontraproduktiv und bewirkt exakt das Gegenteil des Intendierten, nämlich eine Trennung. Dies ist auch die einzige Funktion, die der Glottisschlag hat.

An der Universität Leipzig hat man offenbar beschlossen, dass die Professoren in der weiblichen Form, also als Professorinnen, angesprochen werden, auch wenn es sich um Männer handelt. Ein weiterer möglicher Fall, der zum Nachdenken anregt: „Die Soldatinnen wurden auf der ganzen Front zurückgeschlagen.“ Offenbar eine Fehlinformation, denn es waren gerade in diesem Fall sicher auch Männer dabei...

 

Dabei ist es doch ganz einfach. Im Gegensatz zu anderen Sprachen kennt die deutsche die sog. markierte Form bei der weiblichen Ausdrucksweise. Der Linguist Roman Jakobson (1896–1982) kreierte den Begriff der Markiertheit. Diese wird dadurch dokumentiert, dass bei der weiblichen Form des Substantivs immer ein -in oder im Plural ein -innen als Suffix anhängt. Die männliche Form hat eine solche Markierung nicht. Bei: Ich gehe zum „Arzt“ oder „die Ministerpräsidenten“ kann es sich sowohl um Männer wie um Frauen handeln; es wäre reiner Zufall, wären es nur Männer. Im Deutschen ist das Weibliche mit einer eigenen Feminin-Endung (-in), mit der sog. Markierung, also privilegiert. Auch in den romanischen und slawischen Sprachen haben sie diesen Vorzug. Angesichts dieser Nichtmarkierung des Männlichen könnte man sogar sagen, dass das männliche Geschlecht in der deutschen Sprache gegenüber dem weiblichen benachteiligt ist.

 

Nun wird aber in der Un-Markiertheit des männlichen Geschlechts fälschlicherweise das sog. „generische Maskulin“ geortet. In Wahrheit handelt es sich aber um eine generische Form, die zwar das Männliche, aber auch das Weibliche und weitere Geschlechterformen, die sich in dieser Zeit herauszubilden scheinen, umfasst. Die generische Form ist also sexusindifferent oder geschlechtsneutral. Sie macht also auch das ohnehin kontraproduktive „Gendersternchen“ überflüssig, welches den Anspruch erhebt, im Gegensatz zum vermeintlich generischen Maskulin alle nur denkbaren Geschlechterformen zu inkludieren (Stichwort „Inklusion“).

 

Es gibt auch ein „generisches Feminin“, z.B. die Person, die Leiche, die Majestät, die Exzellenz, die Geisel etc. Allerdings ist das generische Feminin wesentlich seltener, und alle Berufsbezeichnungen, um die es ja im Wesentlichen beim Betreiben um Gendergerechtigkeit in der Sprache geht, sind generisches Maskulin, bzw. die übliche generische Form. Diese Regel gilt praktisch für alle indoeuropäischen Sprachen (romanisch, slawisch etc.), wobei das moderne Englisch in gewisser Weise eine Ausnahme bildet, weil das Feminin weitgehend verschwunden ist bis auf die Wörter französischen Ursprungs: actress, mistress etc. (s. weiter unten).

 

Besser wäre markierte Form (Feminin) und nichtmarkierte Form (Maskulin), aber dieser Begriff wird von den meisten nicht verstanden und sich deshalb leider kaum durchsetzen. 

 

Wer also unbedingt das …-in und …-innen anhängen will, oder Binnen I oder Ähnliches wie das „Gendersternchen“ einbringt, um vermeintlich „gendergerecht“ zu formulieren, beweist vielmehr, dass er die deutsche Sprache und ihre lange gewachsenen Strukturen nicht vollumfänglich versteht oder aufgrund einer ideologischen Mission oder kognitiver Wahrnehmungen auf dieses Verständnis bewusst verzichtet. Interessanterweise negiert nun auch der deutsche Duden diese Realitäten und bringt entsprechende Vorschläge zum Gendern heraus - obwohl dessen Chefredakteurin zugibt: „Wie man richtig gendert, kann ich nicht so einfach beantworten.“ Ob damit der Duden seine bisherige Qualität als ultimative Referenz für die deutsche Sprache behält, darf zumindest mittelfristig bezweifelt werden.

 

Wenn man es etwas überspitzt formulieren wollte, wäre sogar zu sagen, dass sich jene, die auf „Gendergerechtigkeit“ pochen, mit dem zwanghaften Anhängen von -in und -innen an die von ihnen vermeintlich für biologisch maskulin gehaltene Form - von zumeist Berufsbezeichnungen - auf -er (die aber de facto eine generische ist) gar keinen Gefallen tun. Denn sie formulieren wieder nicht gendergerecht: Das Weibliche wird lediglich zum semantischen Anhängsel des (vermeintlich) Männlichen, also einem Suffix...

 

Im oben zitierten Aufsatz von Nikolaus Lohse erscheint folgender Satz von zentraler Bedeutung:

 

„Aber sollte nicht gerade umgekehrt die Öffnung hin zu diversen Identitäten, für deren Einbindung die Sprache keine Kategorien bereithält, ein Argument sein, mit dem einzig generisch-integrativen Genus - dessen Benennung als „Maskulinum“ man aus heutiger Sicht für einen terminologischen Betriebsunfall halten kann - etwas pfleglicher umzugehen?! Überhaupt: Hätte man in der historischen Grammatik nicht ausgerechnet diese aus der Biologie entlehnten Begriffe gewählt, um Substantive zu klassifizieren, müssten wir die ganze heutige Diskussion nicht führen!“

 

Es gäbe aber einen Vorschlag zur Güte: Man könnte bei der ersten Gelegenheit oder einmal im Text einfach …-innen und …-er bei einem relevanten Substantiv sagen. Aber bitte ohne den Glottisschlag, der ohnehin mit der Zeit wieder verschwinden wird, weil niemand eine solch mechanistische Sprachkonstruktion auf die Dauer aushält und sprechen wird, nicht einmal die TV-Moderatoren. Hier wird die Sprachökonomie mit ihrer Erosion von Ungereimtheiten sicher ihre Wirkung zeigen. Im Rest des Beitrags bleibt man dann bei der bisher üblichen, auch in der Literatur maßgebenden generischen bzw. unmarkierten Form. Tagtäglich ist festzustellen, dass dies ohnehin schon so gemacht wird. Denn ein ständiges, gewissermaßen durchkomponiertes Enden auf …-in oder …-innen würde Zuhörer und Leser in den semantischen Wahnsinn treiben und mehr Text und damit Platz kosten, ohne dass Substanz hinzukäme.

 

Womit wir bei einer weiteren Regel wären, gegen die die vermeintlich „gendergerechte“ Sprache ebenfalls verstößt, eben der Sprachökonomie. Sprachen entwickeln sich nach der Regel, so ökonomisch wie möglich zu sein. Das „Gendern“ mit in der Regel erhöhter Wortzahl spreizt den Text signifikant auf, ja bläht ihn auf, ohne inhaltliche Substanz hinzuzugewinnen. Das wird auch einer der Gründe sein, warum es in der Literatur nicht vollzogen wird. Allein von daher wird das „Gendern“ insgesamt auf lange Sicht im allgemeinen Sprachgebrauch wohl wieder erodieren zugunsten einer ökonomischeren Sprache - einfach durch den täglichen Sprachgebrauch. Am Ende könnte man dann frei nach Shakespeare sagen: „Viel Lärm um nichts.“

 

Und haben sich die Befürworter des „Genderns“ einmal gefragt, wie ein Ausländer dann die deutsche Sprache lernen soll?! Wir leben in der Staatengemeinschaft der EU und sollten auch darauf erpicht sein, dass die deutsche Sprache erlernbar bleibt. Deutsche und Österreicher führen in der EU meist die Touristenstatistiken an…

 

Es gibt aber noch etwas ganz Verblüffendes:

 

Das alte Englisch, das wesentlich komplexer war, hatte drei Geschlechter wie heute das Deutsche.

 

Die altenglische Endung - ere für jemanden, der etwas macht, war maskulin. Daraus wurde später -er (teacher, singer, lover etc.) oder Deutsch; Lehrer, Sänger, Liebhaber. Die altenglische Feminin-Endung dazu war - estre.

Die Feminin-Endung - estre verschwand später fast komplett, abgesehen von wenigen Ausnahmen wie z.B."seamstress", so dass im heutigen Englisch nur noch die Maskulin-Endung -er existiert oder -or bei Wörtern, die aus dem Französischen bzw. Lateinischen kommen (professor, actor, doctor etc.).

Das moderne Englisch hat also bei Berufsbezeichnungen, (um die es ja im Genderdeutsch im Wesentlichen geht), nur noch eine Maskulin-Endung, die für alle gilt und auch generell akzeptiert ist.

 

Andererseits legen die englischen Schauspielerinnen Wert darauf, als "actor" angeredet zu werden und nicht als "actress", was als abwertend gilt.

Es ist also nicht so, wie vielfach positiv herausgestellt wird, dass das moderne Englisch kein Gender hätte und damit gerechter wäre, ganz im Gegenteil, es hat nur das Maskulinum!

https://en.wikipedia.org/wiki/Old_English_grammar

 

Es geht mir bei dieser Thematik um etwas ganz Wesentliches: Die Beibehaltung der Schönheit und Klarheit der deutschen Sprache, so wie sie sich über Jahrhunderte entwickelt hat. Und da wirkt die Oktroyierung einer vermeintlichen „Gendergerechtigkeit“, die de facto gar keine ist, sowie die verschiedenen Erscheinungsformen, wie „Gendersternchen“ und andere Sonderzeichen, wie ein krasser Fremdkörper an der Sprache.

 

Ich möchte in dem Zusammenhang noch an den Turmbau zu Babel im Alten Testament erinnern, eine schöne und hier durchaus passende Geschichte. Die Menschen wollten im Stile einer Selbstüberhöhung mit einem immer höheren Bau des Turms Gott gleichkommen. Bekanntlich strafte er sie durch die babylonische Sprachverwirrung, die dazu führte, dass sie sich nicht mehr verständigen konnten....

 

Klaus Billand Im März 2021

 

 

 

 

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